Zwischenfazit

Wir haben Jubiläum. Zweijähriges. Vor zwei Jahren haben wir den Schlüssel zu unserem Ferienhaus erhalten. Wir hatten gerade beide Elternzeit, hatten einen dreijährigen Sohn und eine fast einjährige Tochter. Und wir hatten unendlich viel Mut und Tatkraft. Zeit für ein kleines Zwischenfazit, oder? Was ist aus dem Mut geworden? Eher größer als kleiner. Was ist aus der Tatkraft geworden? Hach, ja, die hat sich ehrlicherweise schon etwas abgenutzt. Wir sind ein wenig müde geworden. Die Kinder haben die letzten beiden Jahre auf der Baustelle verbracht. Meistens mögen sie es – wenn es gerade keine Unfälle gibt und Blut fließt. Aber manchmal, gerade in der letzten Zeit fangen sie immer mehr an, mehr Zeit von uns zu fordern. Der Sohn bemängelte neulich, er sähe den Vater immer nur arbeiten. Und mich sähe er zu selten, denn ich sei immer nur im Büro. Ich hab das natürlich wie eine gute Mutter aufgenommen und eine adäquate Reaktion gezeigt: ich fing an zu heulen. Am selben Abend noch schrieb ich meine Kündigung und Romans gleich mit. Dann fiel uns ein, dass wir das Geld brauchen, denn das verfluchte Ferienhaus wird schließlich niemals fertig werden und somit niemals Geld einbringen. Also speicherte ich das Schreiben vorsichtshalber ab. Auf dem Desktop. Dort erinnert es mich nun beständig daran, den Kindern mehr Zeit zu schenken. Zwei Minuten nach dem Abspeichern griff sich Roman die Kinder und fuhr mit ihnen alleine ans Haff, während ich im Berliner Büro ausharrte und die Meinung meines Sohnes bestätigte. Ach, was habe ich meine Familie vermisst. Dazu muss man sagen: So sehr wie mein Erstgeborener mich vermisst, so sehr sehne ich mich seit ungefähr fünf Jahren nach meinem früheren Leben. Das, was ich hatte, bevor ich zur Helikopter-Mom mutierte. Es ist kein Sehnen, bei dem man das neue gegen das alte Leben zurücktauschen würde. Es ist vielmehr diese nostalgische Wehmut, mit der ich daran denke, was ich hätte noch tun sollen, was ich hätte noch erledigen können, bevor ich meine Tage mit Betreuungsfragen, Wutanfällen (auf allen Seiten) und der Unterstützung bei sehr grundlegenden Bedürfnissen verbringen füllen würde. Mein Haar wäre noch lang, ich hätte schließlich morgens noch Zeit. Ich würde mehr Freundinnen treffen – so wie damals, als man spontan noch mehr als eine Person an den Tresen…äh… aufs Sofa bekam. Ich könnte ein Haus sanieren und dabei ganze Wochenenden am Stück arbeiten. Das alles ist vorbei. Gone. Perdu. Seit mehr als fünf Jahren. Seit genauso langer Zeit sehne ich mich nach einem einsamen Urlaub. Nur ich, mehrere Bücher und ein Wellnesshotel. Und tadaa, da war es. Fast jedenfalls. Die Kita der Kinder hatte die jährlichen Sommerschließzeiten eingeläutet und dank meines neuen Jobs konnte ich nicht die kompletten Schließzeiten mit Urlaub abdecken und der Mann und ich mussten uns abwechseln. So hat Roman die Kinder und das nötigste an Kleidung (er würde schon hinkommen mit zwei Shirts und insgesamt einer Wechselhose für drei Personen…) ins Auto gepackt und ist auf die Baustelle gedüst. Und ich? Was soll ich sagen? Ich badete. Ich futterte tütenweise Chips. Ich verbrachte viele Stunden bei Ikea. Ich las ein Buch und zog mir parallel Fixer Upper rein. Und nie habe ich ein Wochenende mehr herbeigesehnt! Das Plärren („Ich hab aber JETZT Hunger!“), das Streiten („Ich will Peppa Wutz! Dinosaurier sind mir gruselig!“), das Heulen („Die Strümpfe sind nicht richtig, sie sind einfach nicht richtig.“) haben mir so gefehlt. Wie habe ich mich also gefreut, als ich die kleine Meute am Wochenende endlich in die Arme schließen konnte. War genauso schön, wie ich es mir vorgestellt habe. Naja, und wie es eben so ist, war das Wochenende ruckizucki um und die Meute fuhr erneut ins Ferienhaus. Aber immerhin hatte es sich gelohnt. In der zweiten Woche wurde Roman von seinem Vater begleitet und unterstützt. Zusammen haben sie einiges geschafft. Die wichtigste Nachricht erreichte mich bereits Anfang der Woche: es gibt nun eine funktionierende Dusche! Das kleine Bad im Erdgeschoss ist so gut wie fertig. Zwei Jahre haben wir auf diesen Moment hingefiebert. In den letzten beiden Jahren haben wir nur das Bad im Obergeschoss nutzen können und das war echt nicht mehr schön, da die Abrissarbeiten auch dort bereits hinter uns lagen. All die Eimer, die wir zum Baustellenklo geschleppt haben, weil die Spülung schon zu Beginn der Bauarbeiten gekappt wurde! Ihr könnt euch diese Eimer nicht vorstellen, Kinder. All die Verletzungen, die unser Baustellenbadezimmer verursacht hat! Einmal rammte sich der Sohn einen spitzen Stein in den Finger, weil er ausgerechnet das Badezimmer – bereits aller Fliesen beraubt und in wirklich katastrophalem Zustand! – zu seinem Spielplatz auserkoren hatte. Einmal fuhr sich Roman mit dem Bohrhammer ins Bein, auch nicht schön! Einmal hatte ich die Tochter auf dem Arm, die nachts nochmal pinkeln musste und stolperte in der schummerigen Dunkelheit über einen Graben, den die Entfernung des alten Abwasserrohres hinterlassen hatte. Wir purzelten auf den staubigen, steinigen Boden und fingen beide an zu heulen. Sie vor Schreck, ich vor Schmerz (glücklicherweise hatte ich sie rechtzeitig in luftige Höhen heben können, bevor ich selbst mit einem Bein im Graben stecken blieb und den Rest meines Körpers auf den staubigen Boden drapierte, wo ich mir einige blutige Schrammen zuzog, deren Narben immer noch nicht verheilt sind). Man erinnere sich auch an das unfreiwillige Bad des Sohnes, als wir die neu verlegten Wasserrohre auf Dichtigkeit testeten. Alles das ist nun Vergangenheit. Wir haben ein richtiges Klo! Mit Spülung! Und einem schönen Boden zum Füße drauf stellen! Und einer Dusche gegenüber! Kann jemand mein Glück ermessen? Es gibt nur noch ein höheres Level des Glückes und das werden wir erreicht haben, wenn das Bad eine Tür bekommt.

Aus der Ferne ließ es sich schwer beurteilen, aber ich hatte den deutlichen Eindruck, dass Mann und Schwiegervater sich auch nach diesem Meilenstein weiterhin fast tot schufteten. Und zwar am Parkplatz. Auch der steht natürlich schon lange auf unserer To-Do-Liste. In jedem Sommer greifen wir diesen Punkt erneut auf und ackern ein bisschen daran rum. Im ersten Sommer mussten wir ihn jedoch erst einmal entdecken! Als wir unser Haus zum ersten Mal besichtigten, führte neben dem Haus eine schmale Fahrbahn in den Garten. Gleich neben der Fahrbahn stand eine Hecke, die – so glaubten wir jedenfalls – die Grenze zum Nachbargrundstück bildete. Wir staunten nicht schlecht, als wir entdeckten, dass sich hinter der Hecke noch ein ordentliches Stück Grundstück befand. Verborgen oder allerlei Nadelgehölz und Gestrüpp wartete es quasi auf eine Verwendungsmöglichkeit. Keine Ahnung, warum die Vorbesitzer sich mit diesem Teil des Grundstückes offenbar nicht befassen wollten und es zunächst mit Nadelgehölzen bepflanzten und es dann, als diese offenbar zu groß, wuchernd und unansehnlich wurden, mit einer Hecke verdeckten. Unser Glück!, dachten wir und entfernten noch im ersten Sommer die Hecke. Die Idee mit dem Parkplatz hatten wir von Anfang an. Schließlich werden die Feriengäste vermutlich mit dem Auto anreisen und da das Haus auf mehrere Gäste ausgelegt ist, wird ein Auto nur in den seltensten Fällen reichen. Als die Hecke also entfernt war, machten wir uns an die Rodung des Gestrüppes. Einige Büsche ließen sich noch relativ leicht dem Boden entreißen, andere machten es uns jedoch sehr schwer. In hübsch regelmäßigen Abständen versteckten sich zwischen Bodendeckern, Büschen und einer entsetzlichen Menge Efeu (gehört meines Erachtens ausschließlich auf den Friedhof) einige Baumstümpfe. Offenbar gab es hier irgendwann mal Nadelbäume – womöglich einen ganzen Wald -, die so groß oder hässlich geworden waren, dass man sie fällte. Die Stümpfe ließ man stehen. Störten ja auch nicht hinter der Hecke. Störten aber auf dem Parkplatz! Diese verfluchten Stümpfe frustrierten uns so sehr, dass wir das Projekt Parkplatz um ein glattes Jahr vertagten. Vielleicht, so hofften wir, hätten sie sich bis zum nächsten Jahr in Luft aufgelöst.

Ein Jahr später. Seit einem Jahr guckten wir dank der Entfernung der Hecke nicht nur auf Baumstümpfe, sondern auch auf den hässlichen Zaun, der unser Grundstück von dem unseres Nachbarn trennte. Beste Asbestplatten in Wellenoptik. In gelb-gräulich. Das musste geändert werden. Mit unserem Nachbarn einigten wir uns auf einen neuen Zaun, den wir gemeinschaftlich auch setzten. Dieses Projekt dauerte gefühlt den ganzen Sommer, aber am Ende stand ein hoher Holzzaun, den ich persönlich recht gemütlich anzusehen finde. Zusammen mit demselben Nachbarn liehen wir euch einen kleinen Mini-Bagger und begaben uns damit auf das bisher lustigste Abenteuer unserer Baustelle. Was für ein Spaß! Am Ende des Abenteuers war der Parkplatz um einige Zentimeter ausgehoben und eigentlich fast bereit für seine neue Füllung und Abdeckung mit Rasengittersteinen. Aber weit gefehlt. Irgendwie wurde es Herbst und Winter und Corona-Frühling und schon wieder ist ein Jahr vergangen. Inzwischen war die mühsam ausgehobene Fläche wieder komplett zugewuchert. Nun die große Frage: würden wir es in diesem Sommer schaffen, das Projekt zu beenden? Keiner war gespannter als ich. Leider erreichte mich alsbald auf dem heimischen Sofa die folgende WhatsApp-Nachricht vom Liebsten: „Was für eine Scheiße, wir kommen total langsam voran.“ Ohje, das klingt gar nicht gut.

Und das war es auch nicht. Als ich am darauffolgenden Wochenende selbst die Arbeiten im Haus besichtigte, musste ich feststellen, dass Großvater, Vater und Sohn dem Parkplatz zwar mannhaft die Stirn geboten hatten, aber es dabei etwas zu genau mit der Wasserwaage nahmen. Die Fläche des Parkplatzes war nun zwar super eben, aber das Muster der Rasengittersteine passte vorne und hinten nicht und das Schlimmste war: sie waren nicht fertig. In Anbetracht der Tatsache, dass es im kompletten Haus keinen einzigen geraden Winkel gibt, fand ich es fast ein wenig unangebracht, ausgerechnet auf dem Parkplatz die Wasserwaage rauszuholen. Das musste ein Ende haben. Kurzerhand wurde die Wage wieder auf die innerhäusige Baustelle verfrachtet (wo sie weiter unbeachtet vor sich hingammelt), während draußen zuerst die Prioritäten und dann die Rasengittersteine verschoben wurden. Fertig werden statt gerade machen, hieß es nun. Mut zur Baulücke!, verkündete ich großspurig und pappte die einzelnen Steine unter Keuchen so aneinander, dass es wenigsten von oben okay aussah. In den folgenden zwei Tagen hoben, schoben und schippten wir. So ein Rasengitterstein, bestehend aus sechs Waben, wiegt übrigens stolze 28 Kilo. So viel wie meine beiden Kinder zusammen. Nur dass die irgendwie lieblicher in der Haptik sind, wenn ihr mich fragt. Und die tun auch nicht so dolle weh, wenn sie einem auf die Füße fallen. Und die sind auch nicht so scharfkantig an den Händen (okay, wenn wir das Nägel schneiden mal wieder vor uns hergeschoben haben, haben sie in Sachen Schärfe doch Ähnlichkeit mit einem Rasengitterstein). Insgesamt haben Kinder im Vergleich zu Rasengittersteinen deutlich die Nase vorn. Aber man kann sie eben nicht auf dem Parkplatz auslegen. Was rede ich da, wenige Tage später war es geschafft. Drei Autos können nun auf unserem nigelnagelneuen Parkplatz parken. Beim Aussteigen muss man halt vorsichtig sein, dass man sich nicht vor lauter Unebenheiten die Beine bricht, aber sonst ist es in meinen Augen perfekt geworden. Zusammen mit meinem Schwager, der kurz nach mir mit meiner schwesterlichen Familie anreiste, schippten wir sodann tonnenweise Erde in die Rasengittersteine. Die Erde, die wir vor einem Jahr mühsam mit dem Bagger aus der Grube geschaufelt hatten, um Platz für die Schottersteine zu schaffen. Auch irgendwie schizophren, so ein Bau… Während des Bauens dachte ich mal wieder mit liebevoller Nostalgie an meinen verstorbenen Onkel, der mich übrigens bei vielen Bauarbeiten gedanklich begleitet. Als Kind habe ich einfach zu oft erlebt, wie er irgendein heimisches Projekt beendet hat. Und wisst ihr, welche Erinnerung dabei am präsentesten ist? Ja, sein Fluchen. Die ganze Zeit über fluchte er. Und während ich wahlweise schippte, mich in der Sonne verbrannte oder mir mit einen verf**kten Rasengitterstein das Kreuz brach, hörte ich innerlich seine Stimme. Fluchend. Was für ne scheiß Hitze, fluchte er in meinem Kopf, während ich Stein um Stein schleppte. War alles ne verflucht schlaue Idee mit diesem Hauskauf, tönte der Onkel in meinem Hirn. Derweil kam ab und an ein netter Nachbar vorbei und gab mal mehr, mal weniger kluge Tipps, wie man’s besser machen konnte. Manche blieben am Zaun stehen, manche grölten nur über Straße. Ja, selbst der ein oder andere Tourist lies ein freundliches „Das schafft ihr schon!“ oder „Schön fleißig weiter so!“ beim Vorbeigehen hören. Ich wünschte mir einen großen Zaun. Still in meinem Kopf ließ mein Onkel seine Verwünschungen los: „Klugscheißer. Sollnse doch selber machen, wennse allet besser können.“ – „Pssst, sei still, die meinen’s doch nur gut.“, flüsterte ich zurück. Und war nun ganz sicher, dass ich vor lauter Bauarbeiten völlig den Verstand verloren hatte.

Irgendwie kamen wir trotzdem zu Potte. Am Ende durften die Kinder noch großzügig Grassamen verteilen und nun hoffen wir alle, dass die Unregelmäßigkeiten der Rasengittersteine in einem freundlichen Nebel aus Gras und Sand verschwinden werden.

Diesen großen Meilenstein dürfen wir also endlich abhaken, was für eine Freude.

Was haben wir noch erreicht in den letzten beiden Jahren? Ach ja, die Kinder haben Freunde gefunden. (Wir offenbar nicht, denn schließlich kam aufgrund von Bürgerhinweisen aus der Umgebung auch schon mal die Polizei vorbei.) In unserer Berliner Stadtwohnung pflege ich alles Getier, was sich in meinen Blick stellt, rigoros auszurotten. Hier auf dem Lande konnten sich die Kinderlein hemmungslos an Würmern, Schnecken und anderen Kleintieren ergötzen. Insbesondere der Sohn fasste eine große Liebe zur heimischen Fauna. Neben einzelnen Schnecken, die er über Stunden in sein kleines Forscherglas einsperrt und betrachtet, hat er sich besonders mit einer Kröte angefreundet. Es begann vor einigen Wochen, als Roman eine im Keller fand und ihn dem Sohn zeigte. Sollte schließlich ein bisschen was lernen, der Bengel (Danke für nichts, Roman.)! Für den Sohn war es Liebe auf den ersten Blick. Er nahm die Kröte in seine kleine Kinderhand und ließ sie das ganze Wochenende nicht mehr los. Er schleppte sie hierhin und dorthin. Sie saß neben ihm im Sandkasten und hüpfte neben ihm durch den Garten. Bis sie eine Gelegenheit zur Flucht fand. Das Kind war todtraurig. Bis der Vater die Kröte in einer dunklen Ecke des Gartens wieder fand. Große Freude dann beim Sohn. Dieser Zyklus wiederholt sich seit einigen Wochen unzählige Male. Der Junge und das ekelhafte Tier mit den roten Augen sind mittlerweile unzertrennlich. Jedenfalls, wenn das nach dem Jungen ginge – die Kröte nutzt weiterhin jede Gelegenheit zur Flucht. Der Sohn hat ihr einen nahe liegenden Namen gegeben, er taufte sie „Meine Kröte“. Jedes Mal, wenn Meine Kröte wieder auftaucht, ist der Tag gerettet. Jedes Mal, wenn sie wieder ausbüchst, kann man das Kind kaum beruhigen. Mit der Zeit ist Meine Kröte immer zutraulicher geworden. Als ich das letzte Mal meinen Ekel überwand und hinsah, kroch sie gerade seinen Arm hoch. Er drückte seine Wange liebevoll an ihren Körper. Ich schwor mir innerlich, ihn nie mehr zu küssen. Manchmal schwimmt sie mit ihm im Planschbecken, sicher kackt sie auch hinein. Dann möchte ich dazu kotzen. Da ich diejenige wäre, die sauber machen müsste, lasse ich es. Dann schöpfe ich wieder Hoffnung, wenn sie über Nacht aus ihrem kleinen Gefängnis (es besteht aus zwei aufeinandergestapelten Ziegelsteinen, hinter denen das Kind Meine Kröte behutsam ins Gras wirft) türmt. Spätestens am nächsten Morgen die Ernüchterung, wenn der Sohn grölt: „Los, Papa, du hast doch einen scharfen Augenblick, du musst Meine Kröte finden.“ Zur Antwort grinst der Vater anzüglich in meine Richtung und bestätigt seinen scharfen Augenblick. Zur Verdeutlichung – falls ich Idiotin seine Anspielung nicht verstehe – fängt er regelmäßig an, mit den Hüften zu wackeln, bevor er sich trollt und endlich das Vieh sucht. In besonders schlimmen Momenten hält das Kind Meine Kröte überraschend ganz nah an mein Gesicht, damit ich sie richtig angucken kann. Ich denke, der Sohn muss bei Gelegenheit ausziehen. Der Vater auch. Die Zeit ist reif.

Die Tochter ist mir in solchen Momenten viel näher, sie ist im Umgang mit Meine Kröte sehr viel zögerlicher. Wenn eine Fliege ihren Weg kreuzt, ruft sie nach Hilfe. Kommt eine Spinne, wird ihre Stimme unnatürlich hoch. Ich frage mich, ob irgendwann meine Mutterliebe so groß sein wird, dass ich die Spinne selbst weg mache. Bislang muss noch der Vater ran. Sein Glück, so muss er wohl doch noch nicht ausziehen.

Kürzlich habe ich meinen allerersten Blogbeitrag hier gelesen, in dem ich mutmaßte, dass wir nach einem Jahr bereits in die Vermietung gehen würden. Da muss ich jetzt natürlich herzlich drüber lachen. Zwei Jahre bauen wir nun schon. Mal sehen, ob wir das dritte auch noch voll bekommen.

Ihr seht, es gibt die ein oder andere Entwicklung im Ferienhaus und nicht jede ist gut. Dennoch ist langsam Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Inzwischen sind drei Schlafzimmer, Küche, Esszimmer und Bad fertig. Den Parkplatz nicht zu vergessen. Es warten noch die Hölle im oberen Bad, das sogenannte Kaminzimmer, das Blaue Zimmer und der Flur. An diesem Wochenende werden wir die Treppe zum Obergeschoss abreißen und am nächsten Wochenende kommt eine neue. Hier wartet also wider besseren Wissens die nächste Handwerkerleistung auf uns. Drückt uns die Daumen, dass das was wird.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Jana sagt:

    Und wieder lache ich mich schlapp! Wunderschön geschrieben.

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