Mission completed

Die Autorin dieses Artikels hat zu viel Netflix geschaut. Genauer gesagt hat die Autorin dieses Artikels eine Folge Staffel Bridgerton gesehen. So lange hat es nämlich gedauert, das Ferienhaus auf Vordermann zu bringen, sprich: zu putzen. (Daran erkennt ihr, dass dieser Beitrag bereits eine Weile als Entwurf vor sich hinschlummert. Ich hab die Staffel natürlich gleich nach ihrem Erscheinen gesehen.)

Während ich also vier Tage lang putzte, wünschte ich mich in die Zeit des British Empire, vorzugsweise mit einem Grafen oder doch wenigstens einem Viscount an der Seite. Einem, der mir eine Putzkraft bezahlt. Oder natürlich mehrere, denn wir würden ja in einem großen Schloss leben, in dem mir tausendundein Personal hilfreich zur Seite stünde, um mir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Natürlich würde ich während des Genießens des schönen Lebens nicht so wahnsinnig schwer atmen wie die Protagonist*innen der aktuellen Staffel. Hat die jemand gesehen? Ich will nicht spoilern, aber die schnaufen sich wirklich durch die ganze Staffel. Kann man ob der engen Unterwäsche (obgleich sich in einer Szene dann zeigt, dass da um die Lunge herum gar keine Unterwäsche ist) vielleicht bei den Ladys verstehen. Aber auch der im Mittelpunkt stehende Viscount ist immer außer Atem. Das hat mich sehr gestört, muss ich sagen. Ich kann ja nicht so gut mit Geräuschen umgehen. Ich war aber immer selbst außer Atem, denn ohne Pause rannte ich vom Obergeschoss des Hauses, wo die Waschmaschine steht, in den Keller – wo wiederum der Wäschetrockner steht. Warum stehen die so weit auseinander? Weil der Trockner im Gegensatz zur Maschine den Gästen nicht zur Verfügung gestellt wird (ihr wisst schon, die Energiepreise! Die Gäste bekommen eine Leine….). Ich also hoch, runter, hoch, runter. Konnte mich kaum auf Anthony und Ms. Sharma (die während der kompletten Staffel nicht mit ihrem Vornamen angesprochen wird. Auch das hat mich gestört!) konzentrieren. Wie deren Magd lief ich also durchs Haus, putzte Fenster (iihh, Spinnen!), kratzte Farbe von irgendwelchen Möbeln (meine Nägel!) und stellte dabei fest, dass das Ganze wirklich lange dauert. Von Tag zu Tag wurde mir mulmiger zumute. Mit Roman hatte ich vereinbart, dass er sich eine Woche um Hund und Kinder kümmert und mich alleine im Ferienhaus zurücklässt. Im Gegenzug würde bei seiner Rückkehr alles glitzern und glänzen. Auch draußen übrigens, wo ich das Kinderhaus nochmal staubsaugen und ein paar Pflanzen einpflanzen würde. Roman hatte daheim eine schwere Woche. Mehrere Male telefonierten wir. Nicht nur, weil wir uns alle so vermissten, sondern auch, weil er mir den ein oder anderen Tele-Ratschlag in Sachen Technik geben musste. Wo zum Geier ist die Zurück-Taste aufm IPad, wie kann man den Staubsauger auseinandernehmen, was mache ich bei einem explodierenden Herd? Das übliche eben.

Währenddessen heulten die Kinder im Hintergrund, weil sie mich eben vermissten und Grumpy Dad kein adäquater Ersatz für die geliebte Mutter ist. Nachts, wenn ich alleine in dem großen Haus war, gruselte ich mich. Ich muss gestehen, ich grusele mich leicht. Es reicht ein kleines Knacken im Gebälk und schon bin ich in Alarmbereitschaft. Üblicherweise wackle ich in solchen Momenten an Roman herum und bitte ihn, doch einmal kurz nachzuschauen, welchen Ursprung das Geräusch hat. Eigentlich ist das Ferienhaus nicht besonders gruselig, obwohl es durchaus hier und da knackt. Aber durch seine Einbettung in Nachbarhäuser, deren Besitzer wir kennen und schätzen, fühle ich mich immer sicher und beschützt. Ganz im Gegenteil zu unserer eigenen Bude übrigens. Hier wohnen zwar Oma und Opa im Erdgeschoss, aber da sind wir eher für deren Schutz zuständig als andersherum. Und mein eigener Sohn sorgt ab und an für den absoluten Gruselfaktor. Ich erzähle euch kurz davon. Einmal lag er in seinem Kinderzimmer im Bett, ich ging zu ihm, um ihm „Gute Nacht“ zu sagen. Da sah er mich an mit seinen blauen Kinderaugen und fragte: „Mama, weißt du, warum ich manchmal traurig bin?“

Ich, sofort um sein Seelenheil besorgt: „Nein, Süßer, warum denn?“

Der Süße: „Wegen all der Menschen, die hier wohnen. Und tot sind.“

Es lief mir eisekalt den Rücken runter, das könnt ihr euch vorstellen. Zumal das Kind beim Sprechen auch noch den Blick fest auf einen bestimmten Bereich des Zimmers gerichtet hatte. Am nächsten Morgen konnte er sich übrigens nicht mehr an die Szene erinnern. OMFG.

Geht aber noch weiter! Vor einigen Wochen waren wir im Ferienhaus mal wieder abfahrbereit. Ein arbeitsreiches Wochenende lag hinter uns und wir packten gerade unser Zeug zusammen. Ich ermahnte den Sohn zur Eile: „Los, Sohn, wir wollen nach Hause fahren.“

Sohn: „Ja, dorthin, wo die Toten wohnen.“

Warum? Warum, frage ich euch, sagt ein normales Kind so etwas?! Ich bin immer völlig baff, wenn er so etwas raushaut. Es gab nämlich durchaus weitere dieser Situationen! Und in sämtlichen Momenten, in denen ich mich grusele, denke ich an meinen Nachwuchs und seine vermeintlich übernatürlichen Sinne und frage mich, ob es wirklich irgendwelche super creepy Dinge gibt, wie er es mir anscheinend weiß machen will. Vielleicht treibt er aber auch nur seine Scherze mit mir. Das macht er schon lange, denn sein bzw. unser erstes eventuell übernatürliches Erlebnis hatten wir, als er kaum sprechen konnte. Da warteten wir eines Tages auf die Straßenbahn und er fragte, ob ich „das auch rieche“. Ich schnüffelte kurz in der Umgebung herum und verneinte. Er zeigte mit seinem kleinen dürren Finger auf eines der in der Nähe stehenden Häuser und sagte: „Dort hat es gebrannt!“. Ich staunte. Das hatte ich ja gar nicht mitbekommen! Ob er da eines Tages einen Feuerwehreinsatz beobachtet hatte? Vielleicht mit dem Vater als Begleitung? Um ihn zu beruhigen, sagte ich: „Nein, Schatz, es hat dort nicht gebrannt!“. Der Sohn hingegen war sich sicher: „Doch, vor sehr, sehr langer Zeit. Viele Menschen sind gestorben.“ Tjaha, und da guckst du dann als Mutter nicht schlecht. Ich überlegte kurz, ob ich nicht besser ohne meinen kleinen Ghostbuster in die Straßenbahn einsteigen sollte, nahm ihn letztlich aber doch mit. Nicht zuletzt deshalb, weil ich ihn nicht in den Händen möglicherweise zurückbleibender Geister lassen wollte.

Doch genug davon. Als ich im Ferienhaus wie eine Irre putzte, zeigte sich jedenfalls nichts dergleichen. Das einzig Gruselige war die Vorstellung, wie ich eine derartige Putzaktion jemals zwischen zwei nah aufeinander folgenden Gästegruppen bewältigen sollte? Sicherlich würde man da Abstriche machen. Nicht jedes Mal müssen die Fenster geputzt werden. Nicht jedes Mal muss man noch Farbreste runterspachteln und natürlich haben wir dann ja auch gar keine persönlichen Dinge mehr im Ferienhaus, die ich von einem Ende ans andere räume. Das ist das Gute. Aber wer weiß, in welchem Zustand die Gäste die Hütte verlassen? Vielleicht haut ein Kind (oder auch ein:e Erwachsene:r) mal eine Flasche Ketchup an die Wand oder die Gäste zerlegen die Waschmaschine oder, oder, oder? Sollte es mal einen Gästewechsel, also Abreise und Anreise, an einem einzigen Tag geben, werde ich schon Wochen vorher Stresspickel bekommen, das sag ich euch.

Aber diesen Gedanken kann ich noch getrost vor mich herschieben, denn wir sind noch weit entfernt von ausgebucht. Damit sich das ändert, haben wir eine Website erstellt. Da sollte man meinen, ich verstünde doch nach mehreren Jahres des Bloggens etwas davon. Doch weit gefehlt! Ich habe weiterhin nicht den Hauch einer Ahnung, wie man eine halbwegs attraktive Website gestaltet. Was muss da rein, wie baut man das auf? Woher soll ich das wissen? Was ist SEO? Drei Buchstaben vermutlich. Was ich sagen will: ich hab keinen blassen Dunst von der Materie und eigentlich interessiert es mich auch nicht großartig.

Man muss wissen, dass ich einen IT-ler an meiner Seite habe. Jahrelang habe ich mir gedacht: Gut, vom Handwerk verstehen wir beide nicht viel, aber wenn es irgendwann mal zu IT-Fragen kommt, dann weiß ich, auf wen ich zählen kann. Und nun ratet mal, wer mir bei der Webseitengestaltung so gar keine Hilfe war… Ohne männliche Unterstützung musste ich also zusehen, wo ich als Technik-Lusche bleibe. Da ich es mir gerne einfach mache, greife ich in solchen Fällen gerne auf einen all-in-one-Anbieter zurück. So auch dieses Mal. Wir buchten also ein Baukastensystem von Lodgify, die sich auf die Webseitengestaltung von Hotels und Ferienhäusern spezialisiert haben. Ganz billig ist das nicht, wie ich finde. Knapp dreißig Euro pro Monat wollen die dafür haben, dass man sich ganz einfach und modular eine Website einrichten kann, auf der bereits ein Bezahlsystem, ein Channelmanager und sonstiges Beiwerk, von dem ich leider ebenso wenig verstehe, inkludiert sind. Aber wer weiß, im besten Fall braucht man das ja irgendwann.

Die Einrichtung der Website war dann auch wirklich einfach. Die einzelnen Seiten mit Texten und Fotos zu füllen, dauerte nicht länger als eine Stunde – wenn man die Zeit abzieht, die ich an der eigenen Hardware verzweifelte. Wenig später waren wir also online. Leider noch mit ein paar ollen Handyfotos, doch das sollte sich bald ändern. Meine Freundin Antonia rückte im Ferienhaus an und packte den Fotoapparat aus. Mal hierhin, mal dorthin fotografierte sie und nach wenigen Stunden: tadaaa! Sie ist da sehr viel besser als ich mit dem Handy und das Ergebnis finde ich einfach toll. Mehrere Tage lang schaute ich mir die Fotos immer wieder an. Antonia bearbeitete hier und da noch ein paar Fotos. Unter einem Bett musste zum Beispiel noch eine Spielzeugkanne wegretuschiert werde. Inzwischen haben wir sie auch in der Realität weggeräumt.

Wenig später stellte ich die Fotos auf unsere Website.

Schaut doch mal rein: www.schwarze-moewe.de

Und solltet ihr mal schöne Fotos von eurem eigenen Ferienhaus haben wollen, leite ich euch gerne den Kontakt meiner lieben Antonia weiter.

Danach überlegten wir, auf welchem Buchungsportal wir noch einsteigen wollten, um das Ferienhaus ein wenig zu betrommeln. Eine kurze Umfrage auf Instagram ergab, dass so gut wie alles geeignet sein müsse. Da wir uns in solchen Sachen schwerlich zurückhalten können, beschlossen wir, im ersten Jahr unseres Gastgeber:innen-Daseins möglichst breit zu streuen. Wir werden jetzt also ein Jahr lang beobachten, welches Portal am besten für uns läuft und uns dann auf eines oder zwei konzentrieren. Momentan sind wir auf AirBnB, Booking.com, Ferienhausmiete.de und Ferienamwasser.reisen vertreten. Während die ersten beiden Portale eine Provision für jede getätigte Buchung nehmen, arbeiten die beiden anderen mit Inseraten, die man für einen pauschalen Einkaufspreis schalten kann. Und dann gibt’s da noch Ebay Kleinanzeigen, die sind gratis – das ist zur Abwechslung auch mal schön.

Auf allen Portalen sind wir seit circa 3 Monaten online. Bisher sind wir vom Status „Ausgebucht“ noch weit entfernt (leider, leider!). Aber die drei Sommermonate sind schon gut gebucht und auch über Weihnachten und Silvester wollen Gäste anreisen. Wir schauen mal, ob noch ein wenig mehr reinkommt, aber auch so sind wir bereits in den schwarzen Zahlen, was natürlich enorm beruhigend ist. Bisher kamen die meisten Buchungen über AirBnB und die eigene Website – wenn uns auch noch ein wenig unklar ist, wie man diese findet. Google listet uns noch nicht besonderes weit oben, aber das ändert sich hoffentlich auch irgendwann. AirBnb mag ich persönlich nicht besonders. Man kann dort keine individuellen Storno-Bedingungen eingeben, sondern nur den persönlichen Grad der „Strenge“ bestimmen. Trotz unserer besonders strengen Art und der Tatsache, dass wir dort teurer sind als wenn man über unsere Website direkt bucht, kommen von diesem Portal die meisten Anfragen. AirBnB scheint genau unsere Zielgruppe – nämlich junge Familien, die Sehnsucht nach ein bisschen Style haben – zu bedienen, darum wird das Portal sicher in unserem Portfolio bleiben. Über ebayKleinanzeigen kommen bisher nur seltsame Anfragen („Was ist letzte Preis?“). Da das ganze nichts kostet, bleiben wir dort zwar präsent, aber großartige Effekte konnten wir noch nicht erkennen.

Viele Anfragen müssen wir auch ablehnen – nicht nur die abstrusen über ebayKleinanzeigen. Es scheint einen unheimlich großen Markt an Erholungssuchenden mit Hund zu geben. Diesen Markt bedienen wir gar nicht. Und obgleich wir auf allen Portalen die lieben Vierbeiner ausgeschlossen haben, fragen trotzdem circa 50 % der Interessierten, ob sie ihren Hund mitbringen dürfen. Kurz haben wir das Thema noch einmal diskutiert. Einige wissen es: wir haben seit fünf Monaten selbst einen Hund. Er ist hinreißend, kuschelig, lieb und wunderbar. Und dreckig, so unglaublich dreckig. Seit fünf Monaten wird unsere Wohnung niemals mehr sauber, überall liegt ein Gemisch aus Haaren und Sand, verklebt mit Hundesabber. Beim täglichen Griff zum Besen ist uns immer schmerzlich bewusst, dass wir nur einen neuerlichen Kampf gegen die Windmühlen starten. Hätten wir diesen Hund nicht und würden diese Erfahrung machen, wäre die Diskussion vielleicht ein wenig lebhafter geworden. So haben wir nur einen Blick auf unsere gar nicht mehr so kleine Dreckschleuder geworfen und waren uns einig: Hunde dürfen weiterhin nicht mitkommen. Vielleicht im nächsten Ferienhaus, das wir dann etwas rustikaler herrichten.

Aktuell sind wir also noch an einem Punkt, an dem wir uns über jede Buchung freuen. Und gleichzeitig verschafft mir jede Buchung ein wenig Bammel vor der anschließenden Reinigung. Auf Roman ist da nicht zu zählen, das hat schon die Generalprobe gezeigt. Für ihn sind die Dinge leicht „gut genug“. Und im Zweifel „sieht das doch keiner“. Man solle „nicht übertreiben“, ist sein Motto. Damit kannste natürlich keinem Gast kommen. Man bezahlt schließlich Geld dafür, da will man es auch ordentlich haben. Dennoch war Roman bislang bei jeder Reinigung dabei, denn stets gibt es eben auch noch ein paar Dinge zu erledigen, für die er doch ganz gut zu gebrauchen ist. So ist er zum Beispiel ein guter Rasenmäher, Zaunreparierer, Schildanbringer und so weiter. Solche Kleinigkeiten wären bei meinem Putzmarathon nicht drin. Auf ebayKleinanzeigen (da sind sie wieder) suchen wir seit Eröffnung des Ferienhauses eine Putzkraft. Hier sind die Anfragen aber nicht weniger absonderlich als in Bezug auf die Buchungen. Einmal haben wir es geschafft, uns mit jemandem zu verabreden, von dem ich während unserer schriftlichen Unterhaltung einen guten Eindruck hatte. Letztlich kam er einfach nicht. Ein bisschen frustrierend ist das schon, aber andererseits bleibt mir so erspart, nach jeder Putzaktion einer Profi-Putzkraft noch mal hinterherzuspionieren, ob die oder der auch alles nach meinen Vorstellungen umgesetzt hat. Momentan ist mir das eigentlich ganz recht.

Unser Fazit nach drei Monaten der Vermietung ist also: wir schreiben schwarze Zahlen, es ist noch nichts großartig Schlimmes passiert und es geht voran.

Aber!

Natürlich gibt es immer ein Aber! Ich brauch was Neues! Wenn unsere hübsche Schwarze Möwe ausgebucht wäre und ich jeden Tag zum Putzen fahren müsste, wäre mein Geist vielleicht ausreichend beschäftigt (mindestens meine Beine bei dem ganzen Hoch- und Runterlaufen), aber so bleibt noch genügend Zeit, ein neues Projekt herbeizusehnen. Ich bin inzwischen von meinen inneren und äußeren Sanierungsschäden soweit geheilt, dass ich mich nochmal an ein ähnliches Unterfangen wagen würde. Es müsste meinetwegen gern nicht ganz so viel zu tun sein. Eine Renovierung würde ich einer Sanierung vorziehen. Aber wenn das Objekt klein wäre, würde ich auch noch einmal sanieren. Schön wäre es auch, wenn es vor dem nächsten großen Sanierungsfall noch ein Objekt gäbe, das man schnell auf den Markt bringen könnte, damit noch ein wenig Kohle reinkommt. Das war schließlich von Anfang an unser Ziel: diese ganze Ferienhaussache soll Geld einbringen. Im Idealfall irgendwann so viel, dass wir unsere Bürojobs an den Nagel hängen können. Aber das dauert noch.

Also waren wir in den letzten Wochen schon einmal auf ein paar Besichtigungen. Man muss ja immer ein Gefühl für den aktuellen Markt bekommen. Und was soll ich euch sagen? Wir haben noch kein passendes Objekt der Begierde gefunden, aber immerhin ein Gefühl hat sich sehr deutlich eingestellt: die Zinsen steigen. Damit verrate ich jetzt kein großes Geheimnis, aber es ist wirklich ein bisschen schauderhaft, was da gerade passiert. Wir hatten uns doch gerade erst daran gewöhnt, dass uns die Kredite hinterhergeworfen werden. Nun müssen wir sie wieder mühsam abstottern. Hätte es nicht noch ein paar Jahrzehnte so weitergehen können, bis wir unser geplantes Immobilienportfolio zusammengestellt hätten? Aber nun ja, davon wollen wir uns nicht abschrecken lassen. Wie erwähnt, gibt es noch kein finales nächstes Projekt, für das wir uns in (neue) Schulden stürzen wollen. Sicherheitshalber haben wir dennoch mal unseren Banker des Vertrauens – Ist der Begriff eigentlich ein Widerspruch in sich selbst? – zu Rate gezogen und geprüft, was wir uns leisten können. Ich gehe ja jetzt nur noch in Teilzeit arbeiten, wodurch sich mein Gehalt natürlich reduziert hat. Aber wir haben jetzt eine Summe x. Seit diesem Gespräch spukt bekloppterweise Summe x in meinem Kopf herum und will ausgegeben werden! Als würde sie sonst schlecht werden. Immerzu bin ich auf den einschlägigen Portalen unterwegs und kaufe in meinen Gedanken allerhand Häuser. Ich bin echt ein Fall für die Schuldnerberatung. Irgendwann hat Peter Zwegat bzw. sein Nachkomme einen schwierigen Einsatz bei mir, das seh‘ ich schon vor mir. Dann sitz ich im Fernsehen und Peter Zwegats Sohn rechnet den Zuschauern vor, wie viel Geld ich für schrottige Häuser rausgehauen habe. Dann rügt er mich vor all den Leuten und sagt, ich hätte es besser wissen müssen. Daheim schütteln die Menschen ihre Köpfe, ein bisschen mitleidig, aber vor allem ungläubig: wie konnte sie soviel Geld, das sie nicht hat, für kaputte Häuser ausgeben? Die sind ja noch nicht einmal fertig! Zwegat Junior kündigt die Lösung nach der Werbung an: alle Immobilien müssen verkauft werden. Mitten in der Immobilienkrise, die wir dann haben werden. Also machen wir natürlich einen Riesenverlust und ich verbringe den Rest meines Lebens mit einem gepfändeten Gehalt und muss noch im Rentenalter arbeiten. Dabei war doch alles anders geplant gewesen!!1!

Aber das ist wirklich nur das Worst-Case-Szenario. Im Real Life haben wir unsere Finanzen natürlich im Griff, Roman sei Dank. Der kümmert sich um die Steuererklärung und all die hässlichen Briefe von irgendwelchen öffentlichen Stellen. Derweil er sich mit der Steuer plagt und sinnlose Mails mit unserer Steuerberaterin hin und her wechselt (die beiden verstehen sich buchstäblich nicht), stelle ich eine Wunschliste zusammen für unser nächstes Projekt. Ihr könnt ja mal schauen, ob ihr dergleichen verkaufen wollt und uns ggf. anschreiben:

  1. Alleinlage in schöner Lage! Sollte es irgendwo in Alleinlage ein Häuschen geben, ist uns dessen Größe eigentlich egal. Ob Feld oder Wald, ist auch egal. Der Preis hingegen nicht, denn siehe oben. Die Alleinlage sollte aber nicht zu viele Nebengebäude haben, also keine ehemalige Schweinefarm oder dergleichen sein, wo irgendwelche absolut nicht historisch wertvollen Stallgebäude die Aussicht der Alleinlage gleich wieder eindämmen.
  2. Historisch wertvolles Gebäude in der Stadt. Manchmal sieht man sie: kleine historisch ansprechenden Perlen in schöner Altstadtlage. Je kleiner, desto besser, finde ich. Denn wie gesagt, der Sanierungsaufwand soll sich beim nächsten Mal bitte in Grenzen halten. Außerdem sollte die wundervolle Altstadt möglichst im Norden Brandenburgs liegen.
  3. Gutshaus. Herrenhaus. Schloss. Darauf komme ich bei allen Überlegungen immer wieder zurück. Mein Leben braucht solch ein Gebäude. Alter egal, Sanierungsaufwand dann auch. Preis leider immer noch nicht, denn siehe oben. Und auch hier spielt die Lage eine Rolle. Denn auch unser künftiges Projekt wird sich wieder an den Wochenenden abspielen und man will ja nicht ewig durch die Pampa gurken, bevor man den Hammer schwingt.

Also: steht bei euch noch eins von den obig genannten herum? Schreibt uns gerne!

Ansonsten wäre dieser Blog jetzt hier an seinem natürlichen Ende angelangt: das Ferienhaus steht, wird vermietet und bringt ein bisschen Geld. Mission completed.

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