Frühlingsanfang

Hach, ist das nicht schön, wenn der Frühling langsam Einzug hält? Heute ist ja auch ganz offiziell endlich Frühlingsanfang. Am Wochenende haben wir darum endlich einmal die ersten Handgriffe im Garten erledigt. Allerdings tatsächlich nur die ersten Handgriffe. Nachdem wir im letzten Jahr die Tiefgaragenzufahrt vom Efeu befreit und einige Sträucher im Vorgarten und neben dem Haus stark zurück geschnitten haben, türmt sich auf einem erschreckend großen Stück unseres erschreckend kleinen Gartens der Grünschnitt. Bevor wir irgendetwas in Sachen Gartengestaltung angehen, müssen wir dieses Zeug los werden. Aber danach kann’s eigentlich losgehen. Die großen ToDos im Garten heißen bei uns:

  1. Pflastern des Parkplatzes (Vorher müssen dort alle Büsche raus – keine Angst, hier bahnt sich kein großer floraler Verlust an, denn sie sind allesamt finster und hässlich.)
  2. Pflanzen einer Hecke als Sichtschutz sowohl zu den Nachbargrundstücken als auch zwischen Garten und Parkplatz
  3. Anlegen des großen Sitzplatzes (Vorher müssen auch hier die Bäume weichen. Konkret handelt es ich um zwei große Magnolien-Bäume, die ich schon mehrfach auf ebay Kleinanzeigen angeboten habe. Selbst das sonst so erfolgreiche Trigger-Wort „zu VERSCHENKEN“ hat hier keine Wirkung.)
  4. Anlegen des Kinderspielplatzes (Wir wollen für kleine Gäste ein kleines hölzernes Spielhaus und einen Sandkasten zur Verfügung stellen.)

So. Das war’s eigentlich auch schon. Klingt doch wieder wie ein Projekt, das nicht länger als zwei, drei Wochenenden in Anspruch nehmen sollte, oder?! Hier seht ihr mal den aktuellen Blick auf den künftigen Sitzplatz.

DSC_0324

Dort, wo jetzt noch eine Magnolie prangt, möchten wir über kurz oder lang (ok, lang) eine runde Fläche pflastern, auf der Sitzmöbel, Feuerschale und Grill ihren Platz finden.

Dieses Wochenende haben wir erstmal den Garten vermessen und uns Gedanken gemacht. Sollte man viel öfter machen: Gedanken. Weder Roman noch ich sind in Sachen Gartengestaltung sehr kreativ. Wir haben keine Ahnung, welche Pflanzen wie viel Sonne, Wasser und andere Nährstoffe benötigen. Wir wollen einen Garten, der pflegeleicht ist und trotzdem hübsch romantisch. Ein ordentlicher Rasen sollte auch gesät werden. Und seht ihr auf obigen Bild den kleine Berg neben der kleinen Terrasse? „Mount Grambin“ nennen wir ihn. Mount Grambin steht natürlich in unserem Garten und seine kolossalen Ausmaße führen dazu, dass wir nicht wissen, wie man den Platz dort ordentlich nutzt. Eigentlich wollte ich dort mal die Terrasse haben. Aber ob des Gefälles habe ich mich für die gepflasterte Fläche weiter unten im Garten entschieden. Dazu muss man Folgendes sagen: wenn ich im heimischen Berlin über den Garten nachdenke, kommt mir Mount Grambin immer so hoch vor wie der Mount Everest. Mindestens. Und an den würde schließlich auch niemand eine Terrasse bauen. Wenn ich nun aber auf das Foto blicke, kommt es mir eigentlich gar nicht so schlimm vor. Dann hat die Terrasse eben eine Stufe, na und? Aber auch, wenn man oben an der Terrassentür steht, kommt es einem ebenso so vor, als blicke man in einen Grand-Canyon-artigen Abhang. Stimmt da vielleicht irgendetwas mit meiner Wahrnehmung nicht?

Blaubeerstrauch

Wir haben dieses Problem erst einmal vertagt und einen Blaubeerstrauch gekauft, von dem wir genau wussten, wo er seinen Platz einnehmen soll. Er ist bereits gepflanzt, gegossen und in Gedanken beerntet. Und er passt sich jetzt schon perfekt in unseren doch noch recht wilden Garten ein. Aber ich werde wohl noch ein paar Wochenenden den Blick über die Weiten des Gartens schweifen lassen und überlegen, wie die beste (also schnellste und optisch ansprechendste) Lösung für den Rest des Gartens aussehen kann.

Haben wir noch etwas am Wochenende geschafft, außer Löcher in die Luft zu starren? Wenig. Wir haben zunächst den Elektriker empfangen, da wir jetzt tatsächlich soweit sind, dass er seines Amtes walten darf. Wir waren regelrecht erschrocken, als wir am Donnerstag bei ihm anriefen und er tatsächlich einen Tag später zu uns kommen konnte. Okay, er war dann nicht pünktlich, aber das hat nun auch wirklich keiner erwartet. Wir hatten uns verabredet, damit er den Verlauf der künftigen Verkabelung an die Wand zeichnen würde. In meiner Vorstellung sahen die Wände danach voller dicker roter, blauer oder sonstiger auffälliger Striche aus, denen wir dann nur zu folgen bräuchten. Natürlich gingen hier Vorstellung und Realität wieder weit auseinander. Langsam fange ich an, mich an dieses Delta zu gewöhnen.

Der junge Mann zog zwar einen beeindruckend dicken Zimmermannsbleistift aus der Arbeitshose, dieser war offenkundig aber derartig strebermäßig gespitzt, dass er nur zarteste Markierungen auf der Wand hinterließ. Tatsächlich fragte ich mich zunächst, ob er vielleicht mit einem Fineliner mit einer 0,2 mm Strichstärke auf dem Putz herummalte, dann jedoch entdeckte ich die Markierung. Ich musste zwar ganz nah herangehen und sie war ungefähr so dick wie ein Haar, aber ich entdeckte sie. Ich bin zuversichtlich, dass es gar kein Problem sein wird, in einer staubigen Umgebung mit Schutzbrille und Werkzeug stemmend diese Kabelverläufe mit schwerem Gerät nach zu verfolgen.

Spaß beiseite, vermutlich dauert es wieder hundert Jahre, bis wir die handwerkerschen Andeutungen in ordentliche Markierungen übersetzt haben und dann geht es erst los. Roman wird sein Glück damit an diesem Wochenende noch versuchen und ich bin sehr gespannt.

Nachdem wir den Elektriker etwas skeptisch ob unserer künftigen Erfolge wieder verabschiedet hatten, begaben wir uns zu unseren Heimwerkerkollegen vom Haffhaus. Dort kann man immer einen guten Kaffee abstauben und darüber hinaus auch noch gutes Werkzeug leihen. Im vorliegenden Fall haben wir eine Mauernutfräse ausgeliehen und noch ein paar Tipps zum richtigen Gebrauch bekommen. Obgleich ich sicher bin, dass der Ferienhausherr sein Bestes geben wird, befürchte ich ein ähnliches Desaster wie bei unserem Versuch, mit ebenso schwerem Gerät eine Mauer zu durchbrechen. Ein wenig Hoffnung gibt mir nur die Tatsache, dass die Mauernutfräse – coole Leute nennen sie kurz MNF – nicht ganz so schwer ist wie die Mauersäge. Allerdings weiß ich nicht, ob sie dadurch so viel handlicher wird. Ganz sicher jedoch wird es ebenso staubig werden wie mit der Mauersäge. Egal, das Ergebnis zählt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf den Moment freue, wenn der Elektriker durch ist und wir die Schlitze wieder schließen können. Danach können die Zimmer dann endlich wieder mit Tapete und Bodenbelag ausgestattet werden. Und dann, ja dann, werden sie einen wunderbar wohnlichen Charakter haben und gar nicht mehr nach Baustelle aussehen. Und dann können wir uns endlich unserer Angst-Baustelle, nämlich den Bädern, widmen.

Aber bis dahin ist es noch ein weiter, weiter Weg.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. ichbinsg sagt:

    Magnolienbäume sind so toll, wir haben auch einen in unserem kleinen Garten. Ich finde es schade, dass ihr die ganz weg machen wollt. Könnt ihr nicht eine rund herum eine Bank um den Baum „basteln“?
    Ja, ich weiß, sie machen viel Arbeit. Die Blütenzeit ist toll, aber kurz und bis alle Blüten endlich mal unten sind, muss ständig alles weggeharkt werden. Später mit den Blättern im Herbst ist es genauso. Trotzdem finde ich es schade.
    Viel Erfolg bei euren angehenden Arbeiten wünsche ich.

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