Her mit der Kohle!

Im letzten Kassensturz haben wir ja festgestellt, dass es uns an Geld mangelt. Das kam jetzt eigentlich für keinen der beiden Ferienhausbesitzer überraschend, dennoch tat es irgendwie weh, das so schwarz auf weiß zu sehen.

Der Ferienhausherr und ich haben also ein wenig zusammen geweint und dann bei einem genügsamen Glas Wasser überlegt, wie wir an Kohle, äh… Investionsmöglichkeiten kommen können. Schließlich soll dieser Blog ja irgendwann mal dazu dienen, anderen Menschen Mut zu machen, ihre Träume anzugehen. Und er soll möglichst auch zeigen, wie zwei völlig Ahnungslose es geschafft haben, ein Ferienhaus zu kaufen und dann erfolgreich zu vermieten. Die Betonung liegt auf erfolgreich, nicht auf Ahnungslose. Das ist das eine. Das andere ist das Ferienhaus selbst. Das ist ja keine Beschäftigungstherapie für uns. Soweit kommt’s noch! Wir haben zwei Kinder, zwei Jobs und eine dreckige Wohnung, wir hätten weiß Gott genügend Möglichkeiten, uns die Zeit zu vertreiben. Wir wollen mit diesem Haus und seinen Nachfolgern ein Stück finanzielle Freiheit für uns erwirken. Dazu kann man – sollte! nein, muss!! – man es vermieten. Aber vielleicht kann man auch andere Dinge damit anstellen?

Folgendes ist uns eingefallen:

  1. Anbieten als Location für Dreharbeiten. Darauf kamen wir, als wir den Tatortreiniger gesehen haben. Der spielt ja auch immer in unterschiedlichen Locations, die auf verschiedene Art und Weise völlig normal aussehen. Pro: Wenn dort der Tatortreiniger gedreht würde, würde endlich mal jemand sauber machen. Contra: der Tatortreiniger wurde eingestellt. Aber es gibt ja noch andere Produktionen.
  2. Teilvermietung an irgendeinen kleinen Laden. Pro: das würde Grambin sicher gut tun, zumindest in der Sommersaison. Da gibt es ja auch dank des nahen Camping-Platzes einige Touristen, die doch immer auf der Suche nach regionalen Produkten sind. Contra: würde sich das finanziell lohnen, hätte es schon jemand anders gemacht. Ehrlich gesagt, gibt der Grundriss das auch einfach nicht her.
  3. Vermieten des Zauns als Werbefläche. In der Umgebung des Hauses klemmt an zahlreichen Zäunen Werbung für einen mehr oder weniger nahegelegenen Vergnügungspark. Da muss was zu holen sein, dachten wir. Eine kurze Online-Recherche brachte Ernüchterung. Man bekommt zwei Jahreskarten und einen kleinen Gutschein. Die Jahreskarten sind leider nicht übertragbar, sonst hätten wir das tatsächlich getan und die Karten unseren Gästen zur Verfügung gestellt. Aber vielleicht wollen ja andere Firmen Werbung an unserem Zaun machen? Pro: wir müssen keinen ins Haus lassen. Contra: durch Grambin führt jetzt nicht gerade eine vielbefahrene Autobahn. Irgendjemand sollte die Werbung dann auch sehen, schätze ich. Soviel Potenzial für Kundschaft kann ich da leider nicht erkennen, ergo auch nicht viel Potenzial für Werbeflächen-Suchende.
  4. Vermietung von Lagerflächen oder Parkplätzen. Fällt komplett raus. Die Parkplätze brauchen die Gäste, die Lagerfläche im Keller wäre nur von innen zugänglich. Die Gäste würden sich möglicherweise gestört fühlen, wenn plötzlich Lagernde zum Gruße auf den Frühstückstisch klopfen und sich dann in den Keller begeben würden.
  5. Vermietung des Hauses an die Polizei für’s Zeugenschutzprogramm. Da könnte die Mafia lange suchen, bevor sie etwaige Zeugen in Grambin aufstöbern würde. Und diese Zeugen könnten schöne Spaziergänge zum Strand zwecks Erholung der Psyche machen. Pro: man täte was für Recht und Ordnung. Contra: der Staat hat doch noch weniger Kohle als wir. Am Ende müssen wir russische Inkasso-Mafiosi vorbeischicken…

Um’s mal kurz zu machen: wir kamen auf keinen grünen Zweig. Das ist alles irgendwie nichts vernünftiges. Außerdem sollten wir wohl erst einmal sehen, dass wir unser Kerngeschäft zum Laufen bekommen, bevor wir uns auf irgendwelche geschäftliche Abwege begeben. Aber hey! Wir denken schon einmal wie die Unternehmer! Das ist doch sicherlich der Anfang allen Reichtums.

So. Will noch irgendjemand was über die Sanierung wissen? Nur, damit wir das auch mal angesprochen haben: das Obergeschoss ist nun komplett mit Deckenkonstruktionen ausgestattet. Sobald der Elektriker durch ist (dauert noch!), folgen hoffentlich auch irgendwann die Decken. Roman startete ja letzte Woche gemeinsam mit einem Freund und unserem Nachbarn mit der Konstruktion. Als er nach Hause kam, beschwerte er sich ein wenig (Ich weiß nicht, wie ich das hier angemessen beschreiben soll, denn er liest ja mit. Ich sehe schon, wie seine Augen rollen.), dass sich Freund und Nachbar offenbar sofort zu einer Arbeitsgemeinschaft verschworen haben und für ihn selbst vorrangig Hilfsarbeiten übrig blieben. Obwohl ich ihm angemessen mitleidig den Kopf streichelte, lachte ich innerlich schadenfroh. Endlich weiß er mal, wie das ist, wenn man immer nur die Materialien hin- und herholen darf. Tja.

Letztes Wochenende ging es dann weiter – mit dem gleichen Nachbarn aber einem anderen Freund. Dieses Mal kamen keine Beschwerden. Offenkundig hat er sich in der Baustellenhierarchie nach oben gekämpft. Ich bin stolz auf ihn. Außerdem hat er den Rest der Dämmwolle, der immer noch in den berühmt-berüchtigten Big Bags auf der Terrasse wartete, zur Entsorgung gefahren. Die Säcke wurden fachmännisch von der Terrasse in den bereitgestellten Anhänger abgeseilt. Dass sie trotzdem kaputt gingen, lag an ihrem langen Aufenthalt auf selbiger. Das finde ich nun im Ergebnis trotzdem wirklich famos, denn jetzt könnten wir uns theoretisch um die Terrasse kümmern. Ich stelle es mir ganz toll vor, dort zu frühstücken oder einfach nur zu chillen, wenn die Kinder schlafen (har, har, ich musste gerade selbst über meine schriftlichen Fantasien lachen, ich bin so lustig). Jetzt, wo die Bäume noch ohne Laub sind, kann man ja noch bis ans Wasser schauen. Schaut mal hier, so sieht der Ausblick aktuell aus. Den Nebel am Horizont müsst ihr euch wegdenken, dann könnt ihr den leichten dunklen Strich als Wasser ausmachen.

DSC_0234

Die Terrasse wird aber noch warten müssen, denn dieses Wochenende machen wir eine kleine Baupause. Das Ende meiner Weiterbildung will gefeiert werden und das Haus macht dafür noch nicht genügend her. Trotzdem dürft ihr gratulieren, danke schön.

Am nächsten Wochenende geht es dann – wiederum mit einem anderen Freund – wieder für die ganze Familie nach oben. Unser Sohn will „im weißen Haus ackern“. So lautet seine Vorstellung der väterlichen Tätigkeiten im Ferienhaus. Da ich insgeheim fürchte, dass er da ein wenig zu optimistisch ist, bin ich mega gespannt darauf, die Fortschritte zu begutachten.

 

 

 

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