Notartermin

Yeah, gestern war es nun soweit, der Notartermin stand an.

Wir beide waren ganz schön aufgeregt. Leider konnten wir erst in allerletzter Sekunde die Kinder wegorganisieren, um halbwegs professionell aus der rotzverschmierten Wäsche zu gucken. Nützte aber nichts, denn heftigste Regengüsse sorgten für schlammverschmierte Beine und hängendes Haar. Das half natürlich auch nicht beim entspannen. Dennoch gingen wir am Ende mit unterzeichnetem Kaufvertrag nach Hause, man kann den Tag also erfolgreich nennen.

Für uns war es der erste Hauskauf in unserem Leben und wir wussten daher nicht so recht, was auf uns zukommen würde. Damit ihr irgendwann mal besser vorbereitet seid, hier ein kurzer Erfahrungsbericht.

Am Termin nahmen die Verkäuferin mit ihren Töchtern (denen jeweils auch ein kleiner Teil der Immobilie gehört), der Makler (auf Bestellung der Verkäuferin), der Notar und natürlich wir beide teil. Solltet ihr bei eurem Notartermin selbst nicht anwesend sein – egal ob als Verkäufer/in oder Käufer/in – können, benötigt ihr eine notarielle Vollmacht. Ich hatte ja früher schon geschrieben, dass der Makler, Herr T., mit bisher nicht ganz so eng ans Herz gewachsen ist. Seine Kollegin, Frau B. macht einfach einen viel freundlicheren Eindruck und liefert einen besseren Service. Dennoch: Herr T. stellte uns alle freundlich vor und wir smalltalkten noch eine Weile, bevor es losging. Dabei stellte sich heraus, dass die serviceorientierte Frau B. lediglich die Sekretärin ist und nicht die makelnde Kollegin. Ich hoffe, es ist dem Herrn bewusst, was für eine tolle Mitarbeiterin er da zu sitzen hat! Noch mehr hoffe ich, dass von unserer Provision etwas bei ihr als Weihnachtszahlung ankommt… Aber ich schweife ab. Nach ein paar Minuten in der Wartezone ging es dann pünktlich zum Termin zum Notar.

Den Notar hatten wir selbst ausgesucht. Wer die Musik zahlt, bestellt die Lieder, wie man so schön sagt. Natürlich beschränkte sich unsere Wahl darin, Notariate in unserem Bezirk zu googlen und den zu nehmen, der am nächsten lag. So mussten wir immerhin nicht zum Notartermin ans Stettiner Haff reisen, sondern konnten in den heimischen Gefilden das Geld ausgeben.

Der Notar erklärte kurz das Vorgehen: Identitäten abgleichen, Vertrag vorlesen,  unterschreiben, nach Hause gehen. So kurz gestaltete es sich dann tatsächlich. Nachdem er alle Ausweise mit den vorliegenden Daten vergleichen hatte, las er in einem Affenzahn den Vertrag vor. Wir hatten diesen bereits vorab als Entwurf zugesandt bekommen. Erwähnte ich, dass es unser erster Hauskauf ist? Wir hatten den Entwurf natürlich nicht dabei und konnten daher auch nicht besonders gut folgen. Hier zeigte sich nun erstmals Herrn T.s Kompetenz. Er überreichte uns eine mitgebrachte Kopie und wir konnten nun auch besser mitlesen.

Dank Herrn T.s freundlicher Unterstützung konnten wir das neunseitige Vertragswerk jetzt also wenigstens dem Hören nach verstehen. Dennoch befinden sich in einem Kaufvertrag unzählige Begrifflichkeiten, die der Laie naturgemäß noch nie gehört hat. Ich habe mir vorgenommen, in Kürze ein kleines Lexikon zu erstellen mit den Begriffen, die üblicherweise im Laufe eines Kaufes und der Finanzierung einer Immobilie auf den Tisch kommen.

Da wir uns im Vorfeld zum Notartermin noch nicht auf ein Fälligkeitsdatum der Zahlung geeinigt hatten, diskutierten wir das kurz. Dank Notaranderkonto kann die Zahlung durch unserer Bank schnell geleistet werden. Im Gegensatz zur Direktzahlung wird hier nicht auf den Eintrag im Grundbuch gewartet, da der Notar – sozusagen als Vertretung des Staates – seine wachsame Hand über den Verlauf der Eigentumsübertragung hält.

Das Fälligkeitsdatum wurde also auf die Mitte des kommenden Monats gesetzt. Wir hoffen jedoch, dass die Zahlung früher geschieht. Denn wenn das Geld geflossen ist, können wir mit dem Makler die Hausübergabe angehen.

Im Anschluss an die Vertragsvorlesung durch den Notar erfragten wir noch die Gebühren für das Notaranderkonto. Diese werden sich auf rund 1050,- EUR belaufen, welche wir jeweils zur Hälfte mit der Verkäuferin teilen.

Und dann kam der feierliche Moment: jeder von uns unterschrieb den Vertrag. Erst die Verkäuferinnen, dann wir. Es ging ganz leicht und hat auch nicht weh getan. Kurzes Händeschütteln und beglückwünschen. Dann verabschiedeten sich die Verkäuferinnen und der Makler und wir gingen mit dem Notar noch die Bestellung der Grundschuld durch und unterschrieben auch diese. Damit haben wir jetzt offiziell einen Haufen Schulden. Im Anschluss ging es auch schon wieder in strömendem Regen nach Hause.

Wie geht es also nach dem Notartermin weiter? Im Notariat werden die Verträge aufgearbeitet, die uns voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche zugesandt werden. Dann bekommen wir die Fälligkeitsmitteilung für die Bank, welche den Startschuss zur Zahlung gibt. Im Anschluss müssen wir natürlich auch noch die Grunderwerbssteuer und den Notar bezahlen. Nach dem gestrigen Termin ist nun auch die Maklercourtage fällig. Mit dessen Zahlungsaufforderung rechnen wir minütlich 🙂

Es geht also munter weiter und wir freuen uns über jeden kleinen Schritt. Wir können es kaum erwarten, endlich die ersten Arbeiten zu erledigen. Für’s Erste feiern wir, dass wir den ersten aber hoffentlich nicht letzten Hauskauf unseres Lebens vertraglich besiegelt haben.

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