Ode an die Freude

Das Corona-Virus hat uns weiterhin in seinem unsicheren Griff. Kein Tag vergeht, an dem seine Auswirkungen nicht für uns alle spürbar sind.

Unsere eigene Betroffenheit ist unverändert. Körperlich immer noch gesund – jedenfalls soweit wir wissen – sitzen wir in Berlin und nutzen intensiv das elektronische Entertainmentangebot. Gottlob bewies Roman bereits vor Corona eine erstaunliche Weitsicht und abonnierte sämtliche Unterhaltungskanäle, die kapitalistische Verdummungsanstalten extra für uns ins Leben gerufen haben. Alle vier haben wir bereits eigene Vorlieben entwickelt. Ich selbst – ein ausdauerndes Opfer des anerzogenen Prinzessinnenvorbildes meiner Kindheit – gucke gerne Historiendokus. Von den Bourbonen bis zu den Windsors, ich kann dank Corona wieder alle Stammbäume europäischer Königshäuser auswendig aufsagen und das Habsburger Profil durch jahrhundertelangen Inzest zurückverfolgen. Mit diesem Wissen kann ich an den Dinner-Tafeln dieser Welt sicher auftrumpfen, wenn es dereinst irgendwann mal wieder Einladungen gibt. Die Tochter gerät hingegen in Verzückung, wenn auf irgendeinem Bildchen ein Baby zu sehen ist. „BABY“ grölt sie dann und zeigt aufgeregt auf den Bildschirm! Ich weiß nicht, woher diese Liebe zu Säuglingen kommt, von mir hat sie die wahrlich nicht. Ihre Wünsche werden daher nur höchst selten erhört, schließlich haben wir im realen Leben genug unverständliches Gebrabbel zu dechiffrieren. Der Sohn hat ebenfalls ein sehr eingeschränktes Interessenfeld: „Neun krasse Dinosaurier, die aus der Reihe tanzen.“, „Spinosaurus vs T-Rex.“ oder auch „Superdino! Raptor war ganz anders, als wir es uns vorstellen!“ verraten uns allerhand und in möglichst BILD!scher Erzählweise über die Tücken aus Trias, Jura und Kreidezeit. Der Hausherr darf nur selten über die Fernbedienung walten. Kein Wunder! Der würde wahrscheinlich solche Sachen wie „Alles falsch in Resident Evil – Remake der Gamesünden“ anschalten und das kann keiner von uns anderen ertragen. Wenn wir uns gar nicht einigen können, betrachten wir sehnsüchtig die Instagram-Accounts Jener, die auf ihren Grundstücken die schönen Tage zum Heimwerken nutzen können. Das täten wir auch gern. Vor einigen Tagen waren wir noch sehr optimistisch, unser Ferienhaus bald wieder besuchen zu können. Schließlich hatten zahlreiche Telefonate ergeben, dass wir als gewerblich agierende Ferienhausbesitzerin und -besitzer laut der sogenannten „Eindämmungsverordnung“ das Bundesland betreten dürfen. Nur einen Tag nach meinen Telefonaten wurde die Verordnung insoweit geändert, dass diese Regel keinen Bestand mehr hatte. Die Regierung Mecklenburg-Vorpommerns hat auf ihrer Website ein paar häufig auftretende Fragen und Antworten veröffentlicht. Nun wurde genau unser Fall in diesen FAQs aufgenommen:

Screenshot_MV_Verordnung

So. Da hatten wir den Salat.

Selig sind die Unwissenden, wie man so schön sagt. Ich wünschte, ich hätte das nie gelesen. Vielleicht wären wir dann einfach losgefahren und nichts wäre passiert. Wir hätten uns schön im Ferienhaus eingebunkert und wären vorangekommen.

Was hätten wir nicht alles schaffen können. In unseren Badezimmern warten die nur teilweise verputzten Wände, von deren Fertigstellung uns die Polizei abgehalten hat. Inzwischen wäre sicher (ok, nicht hundertprozentig sicher) schon das untere kleine Bad fertig. Schließlich warten dort schon die Fliesen und der Waschtisch auf Verlegung bzw. Installation. Mit etwas Glück (schließlich sanieren wir bereits seit zwei Jahren komplett ohne Verstand respektive echtem Wissen) hätten wir schon im Flur den Estrich gegossen und den Boden verlegt. Gedanklich sah ich mich schon die Ausgleichsmasse in allen Zimmern gießen. Da sind wir ja inzwischen wahre Könner, wobei mir einfällt, dass wir euch noch nicht an unserem letzten Ausgleichsmassenfließabenteuer (reiht ihr auch manchmal gern lange Wörter aneinander oder ist das nur mein wertes Vergnügen?) teilhaben lassen. Hole ich hiermit gern nach:

Wir haben ja bislang nur in Wohn-/Esszimmer und Küche das Missvergnügen gehabt. Wie ihr euch vielleicht erinnert, waren Küche und Esszimmer anfangs zwei Räume. Eine unserer ersten Aktionen im Haus war der Durchbruch der Wand zwischen den beiden Zimmern. Damals, als alles noch leicht und in einem vertretbaren Zeitraum zu bewältigen schien… Nach diesem Durchbruch befand sich an Stelle der ursprünglichen Wand ein schmaler, aber erschreckend tiefer Graben, den wir mit irgendeiner Masse, an die ich mich dankenswerter Weise nicht erinnere, wieder auffüllten. Spielsand vermutlich, wer weiß das schon. Nicht nur, aber auch wegen dieses aufgefüllten Grabens mussten wir die ungleichmäßigen Böden der Zimmer mit einer Ausgleichsmasse bearbeiten. Die Vorgehensweise mutet denkbar simpel an: Reinigen, Tiefengrund drauf, Ausgleichsmasse drauf, trocknen lassen. Easy, oder? Und war es wirklich easy? Na, ratet mal! Natürlich nicht! Da wir nicht wussten, wie lange die Ausgleichsmasse zum Trocknen braucht, entschieden wir uns dafür, sie in einer unserer Nachtschichten zu gießen. Bis zum Morgengrauen, so kalkulierten wir, wäre die Masse soweit getrocknet, dass wir dort drin wieder getrost frühstücken könnten. Wir luden auch meine Schwester nebst Familie übers Wochenende ein. Diese sollte zum einen tatkräftig anpacken und zum anderen die Kinder bespaßen, falls unser Zeitplan durch irgendetwas nicht eingehalten werden konnte. Dem ganzen Prozedere ging natürlich ein Besuch im Baumarkt voran. Das Esszimmer ist rund 24 qm groß, die Küche knapp 12 qm. Wir brauchten also Ausgleichsmasse für 36 qm. Im Baumarkt erschraken wir über die Preise. Für die Marke, für die wir uns aufgrund der Online-Bewertungen entschieden hatten, sollten wir 25 EUR pro Sack bezahlen. Nach oben gab es natürlich auch noch Spielraum, aber den gibt es ja immer. Wir rechneten hektisch. Ein Sack sollte 5 qm abdecken können. Wie viel Reserve sollten wir einplanen? Der Ferienhausherr gab sich gewohnt geizig, pardon, sparsam: „Wir nehmen Masse für 40 qm. Dann haben wir rund einen Sack Reserve. Das muss reichen.“, sagte er. „Müssen wir halt mal ordentlich machen“, fügte er hinzu – ein bisschen leiser, vermutlich sollte ich es nicht hören. Ich protestierte. Er solle nicht zu geizig sein. IMMER nähme er zu wenig, behauptete ich. (Das stimmt auch. Mein Liebster glaubt auch nach fast zwei Jahren der Sanierung so sehr an unser Können, dass er weiterhin davon ausgeht, dass die Dinge tatsächlich wie geplant laufen. Ich weiß nicht, warum er derartig resistent gegenüber unserer Bauerfahrungen ist, offenbar stimmt etwas nicht mit ihm.) Nach etlichen Minuten der Diskussion – die Baumarktmitarbeiter konnten sich ob unseres leidenschaftlichen Dialogs nur mit Mühe davon abhalten, beratend einzuschreiten und mussten sich sicher zwingen, weiterhin so zu tun, als sähen sie uns nicht – konnte ich den Mann überreden, wenigstens zwei weitere Säcke als eiserne Reserve einzupacken. Ein schaler Triumph, denn er nahm für diese eine weitaus billigere Version. „Wer billig kauft, kauft zweimal“, murrte ich – nicht ahnend, wie recht ich damit haben würde. Leider sind unsere Baumarktbesuche zumeist begleitet von unseren nicht immer allzu geduldigen Kinderlein. Das führt dazu, dass wir solche Diskussionen gern schnell beenden, oft auch auf Kosten einer ausgereiften Überlegung. Selbst in den Baumärkten, die Kunden wie uns mit Einkaufswagen unterstützen, in die ein kleines Plastik-Automobil integriert ist, stehen wir immer kurz vorm Nervenzusammenbruch. Man muss den Baumarktdesignern hoch anrechnen, dass sie die kleinen Autos sogar mit Anschnallgurten ausstatten. Leider haben sie a) nicht bedacht, dass der schönste Gurt ohne Knebel nichts nutzt und b) haben sie nicht berücksichtigt, dass man in ihren Geschäften auch gerne mal mehr kauft als ein einzelnes Alpenveilchen. Die Wagen, die mit so einem kleinen Auto ausgestattet sind, haben nämlich einen Einkaufskorb von den Ausmaßen, die auch Rotkäppchen zur Oma hätte schleppen können. Es passt maximal ein Kuchen und eine Flasche Wein rein. Und das Schlimmste: es passt nur ein Kind rein. Oder zwei ganz schmale. Wir haben aber nur ein schmales Kind und ein ganz normal fülliges Kind, so dass wir immer gezwungen sind, zwei dieser Einkaufswagen zu nutzen, wenn wir nicht riskieren wollen, dass sie sich während unseres Einkaufes gegenseitig ermorden. Sicher würden wir in diesem Falle Hausverbot bekommen und das können wir uns nicht leisten. Was tun derartig leidgeplagte Eltern also? Richtig. Die Mutti dirigiert zwei Auto-Einkaufswagen durch die Gänge, während Vati einen normalen Lastenwagen nutzt, mit dessen Hilfe er den Einkauf tatsächlich zur Kasse manövrieren kann. Wie wir alle wissen, ist auch das nicht immer einfach, denn der Erfinder des Lastenwagens lacht sich heute wahrscheinlich noch halbtot darüber, dass man diese aus absolut nicht einsichtigen Gründen ziehen statt schieben muss. Also zog Vati seinen Wagen mit tausenden Kilo Ausgleichsmasse abwechselnd an die eigenen Schienbeine und Stück für Stück zur Kasse. Es ist doch wirklich jeder nach so einem Besuch im Baumarkt schweißüberströmt, oder? Oder?? Nicht zuletzt, weil man für die verfluchte Ausgleichsmasse über 200 EUR ausgegeben hat. Ich meine, die hat ja nicht mal eine hübsche Farbe! Und es war nur für zwei Räume! Egal, nach dem Drama musste die Masse erst einmal mehrere Wochen gelagert werden, bis wir uns dazu durchringen konnten, sie wirklich zu nutzen. Am geplanten Abend kam uns leider ein spannender Spielfilm dazwischen, der dafür sorgte, dass wir alle gebannt von einem frühmittelalterlichen König zu viel tranken und für die notwendige Reinigung des Bodens kaum noch Energie geschweige denn Zeit hatten. Unser Boden war auch derartig staubig, dass man beim Absaugen immer noch eine extra Schicht Staub aufwirbelte, die dann wiederum abgesaugt werden musste. In nüchternem Zustand zum verzweifeln, leicht angetrunken machte es nicht so viel aus. Wir pinselten frohgemut den Tiefengrund drüber und mussten einsehen, dass wir an diesem Abend nicht viel weiter kommen würden, denn dieser musste ein paar Stunden ausruhen. Unser Zeitplan war somit dahin. Wir gingen zu Bett. Am nächsten Morgen durften wir zum Glück feststellen, dass der Tiefengrund wirklich auch das kleinste Staubkorn felsenfest an den Boden geklebt hatte. Ein Gang mit Socken zeigte, dass alles mehr als besenrein bzw. immerhin staubfrei war. Ein Wunder! Warum reinigt man eigentlich nicht mit Tiefengrund?! Leider war es inzwischen Sonntag, also der Tag unserer Abreise. Wir wollten aber unbedingt noch die Ausgleichsmasse…äh…verschütten. Die Schwester wurde also mit der Beaufsichtigung der Kinder betraut, während wir uns diesem heiklen Projekt widmeten. Wir stellten alles zurecht, was man da so braucht: Bohrmaschine, zig Eimer, Entlüftungswalze, Nagelschuhe und was weiß ich. Ihr wisst sicherlich, dass man mit Zeitnot im Rücken immer ein klitzekleines bisschen gereizt ist. So erging es auch uns. Die erste Ladung Ausgleichsmasse ging noch super. Fließt und Fertig, lautete ihr Name und es schien allzu einfach, sie zu verarbeiten. Wir entschieden uns dafür, dass Roman für das Anmischen und ich für das Ausgießen zuständig sein sollten. Schließlich sollte die Masse innerhalb kurzer Zeit verarbeitet werden, damit sie an den Rändern schön zusammenfloss. Wie gesagt, beim ersten Sack war ich positiv überrascht. Was für ein schöner befriedigender Anblick es war, die graue Suppe auf dem Boden zu verteilen und ihr dabei zuzusehen, wie sie ihren Weg nahm! Mit dem Rakel half ich ein bisschen nach und zeigte ihr, wo es lang gehen sollte. Ach, da brachte Roman auch schon den zweiten Eimer, das lief ja wunderbar. Nach dem zweiten Eimer dämmerte mir langsam, dass noch längst nicht die anvisierten zehn Quadratmeter bedeckt waren. Offenbar war ich zu verschwenderisch. Beim dritten Eimer gab ich mir schon mehr Mühe, die Masse möglichst weitflächig zu verteilen. Das führte jedoch zu einer längeren Bearbeitungszeit, die ersten beiden Gießungen fingen bereits an, fest zu werden. Beim vierten Eimer musste ich daraufhin etwas mehr rakeln, um den Übergang zwischen den entstehenden Rändern zu kaschieren. Zeit für die Nagelschuhe!, dachte ich und zog sie an. Schonmal Nagelschuhe angezogen? Die gibt es in der Unisexgröße 48, so dass jeder Heimwerker sie mühelos an die Füße binden kann. Mit Schuhgröße 38 hat man keine Chance. Auch die dazugehörigen Schnürungen haben absolut keinen Zweck, da sie zu kurz und zu steif sind, um sie festzuknoten und die Laschen eben für größere Füße gedacht sind. Was für eine Scheiße. Ich schwöre, in einem meiner nächsten Leben werde ich Bau-Equipment für Frauen erfinden. Dann gibt es Arbeitshosen mit Taschen, die groß genug für Werkzeug oder wenigstens das Handy sind. Es gibt Maschinen, die man auch bedienen kann, wenn man nicht die Muskelkraft eines routinierten Straßenbauers hat und Nagelschuhe ab Größe 35. Aber das kommt halt alles erst im nächsten Leben. In diesem musste ich mit Größe 48 vorlieb nehmen. Die Schuhe hielten einzig und allein dank meiner Willenskraft an meinen Füßen. Als ich einen Schritt zurück mit ihnen gehen wollte, blieben sie dennoch ohne mich in der Masse stehen, während ich selbst wie das arme Aschenbrödel ohne Nagelschuhe in der nassen Ausgleichsmasse landete. Da kann man schonmal aggressiv werden! Wurde ich natürlich auch. Hätte am liebsten wieder alles hingeschmissen, aber der Zeitpunkt war ungünstig. Ich plagte mich also noch zwei, drei Säcke lang ab, bis ich so wütend war, dass ich Haus, Mann und Kinder verlassen und mit einem zehn Jahre jüngeren Mann nach Las Vegas durchbrennen wollte. Roman und ich tauschten also die Arbeitsplätze. Ich rührte, er goss. Es zeigte sich inzwischen immer deutlicher, dass unsere 12 gekauften Säcke nicht reichen würden. Geizig wie er nun einmal ist, bereitete es Roman keine Probleme, die schwindende Masse in die Länge zu ziehen. Das führte leider dazu, dass sich in der feuchten Masse immer mehr kleine Inseln erhoben. Inseln, die aus dem ungleichmäßigen Estrich darunter bestanden. Die Ausgleichsmasse glich also nicht mehr aus. Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, deutlich darauf hinzuweisen, dass ICH es ja vorher gesagt hatte. ICH hatte es gewusst und ER hatte nicht auf mich gehört! Die Schuldfrage war also geklärt. Die Schuldfrage zu klären bringt einen nur leider kein bisschen weiter. Als wir also vor unseren zwar nassen, aber unausgeglichenen Räumen standen, mussten wir uns eingestehen: Wer billig kauft, kauft zweimal. Wir wiederholten oben beschriebenes Prozedere am folgenden Wochenende noch einmal. Diesmal reichte unser Einkauf haargenau und der Boden war schön glatt. Inzwischen, da die Räume fertig sind, können wir natürlich wieder mit einem Lächeln daran denken. Nehmt bitte dennoch eine Lektion für euch mit: Hört auf eure Frauen. Und spart euch den Baumarktbesuch, indem ihr liefern lasst.

Ich bin nun wieder einmal ein wenig abgeschweift, was? Worauf wollte ich denn hinaus? Ach ja, das Reiseverbot. Dank der sozialen Medien, auf denen ich recht umtriebig bin, habe ich viele andere Ferienhausbesitzerinnen und -besitzer kennengelernt. Nicht persönlich, aber ich kenne ihre Häuser und manchmal auch ihre persönlichen Geschichten. Das finde ich toll, denn sie zeigen mir, dass auch der steinigste Weg ein lohnendes Ende haben kann. Aktuell trösten sie mich, weil viele von ihnen unser Schicksal teilen. Auch sie können nicht nach Mecklenburg-Vorpommern zu ihren Häusern. Auch sie haben dadurch zum Teil erhebliche finanzielle Einbußen und auch sie verstehen nicht, wie in Gottes Namen ihre Anwesenheit dort die Gesundheit anderer gefährdet, solange sie sich an das Kontaktverbot halten. Eine dieser Ferienhausbesitzerinnen motivierte mich jüngst dazu, noch einmal in den oben genannten FAQs nachzuschauen, wie genau das nun formuliert ist. Wer darf kommen? Aus welchem Grund? Und wie begründet man seine Gründe?

Und was soll ich euch sagen? Die oben kopierte Frage wurde aus den FAQs entfernt! Was hat das zu bedeuten, fragte ich mich. Am nächsten Tag stellte ich diese Frage der veröffentlichten Hotline, mit der ich ja schon mehrere schöne Telefonate geführt hatte. Diesmal hatte ich es zwar mit einer ausnehmend vernünftig anmutenden Mitarbeiterin zu tun, leider war auch ihre Antwort nicht befriedigend. Die Frage wurde nur auf der Website der Regierung Mecklenburg-Vorpommerns entfernt. Auf der eigens für das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns eingerichteten Seite war sie noch vorhanden und somit natürlich auch verbindlich. Es ist wirklich zum Mäuse melken.

Es wird weitergehen. Irgendwie. Wie schon die Queen sagte: We will see our friends again, we will see our family again, we will meet again. Heute wurde in den Medien veröffentlicht, wie sich Deutschland nach dem 19.04. langsam wieder öffnen will. Die ersten Details sind bekannt, Einzelheiten wird man im Laufe der nächsten Tage erfahren. Immerhin wurden die Politikerinnen und Politiker nicht müde zu betonen, dass es einen gemeinsamen deutschen Weg geben wird und keinen Flickenteppich an verschiedenen Regelungen. Wir haben immer noch die leise Hoffnung, dass auch Mecklenburg-Vorpommern seinen Sonderweg beendet und die neugebauten Mauern wieder niederreißt. Kennt ihr dieses schöne Youtube-Video vom Flashmob „Ode an die Freude“ in Nürnberg? Gerade in diesen Zeiten rührt mich das Video fast zu tränen. (Fast natürlich nur, denn ich bin nicht besonders romantisch.) Es macht so deutlich, dass es nicht selbstverständlich ist, mit Freunden und Fremden zusammen zu kommen und zu singen. Gleichzeitig zeigt es auf beeindruckende Weise die Idee von Europa, weil es mit seinem Orchester und der Vereinigung von Beethoven und Schiller für mich beinah schon die perfekte Definition des Wortes Zivilisation ist. Es zeigt schlicht das Beste im Menschen. Pathos Ende. Wenn ihr also ein bisschen Hoffnung braucht, schaut es euch an:

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