Neuer Versuch

Wir haben immer noch keine Elektrik, falls sich jemand das fragt. Aber immerhin haben wir nun ein Startdatum und eine kuriose Geschichte à la „Freude mit dem Handwerk“ mehr zu erzählen. Und das kam so:

Ihr wisst ja: unser Elektriker hatte uns vor einigen Wochen versetzt und einige Tage und mehrere erfolglose Versuche, ihn zu erreichen, angekündigt, unseren Auftrag in drei Wochen zu erledigen. Ich bin ja bei solchen Aussagen immer skeptisch. Wer mich einmal versetzt, dem trau‘ ich nicht mehr (ach, das Leben lehrt einen so manch bittere Lektion…). Zumeist bestätigt sich diese Annahme. So auch diesmal. Auch wenn der Ferienhausherr guten Mutes davon ausging, dass Bruder 2 sich alsbald unseres Auftrages annehmen würde, wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen und Ersatz suchen. Unsere Haffhaus-Kollegen empfahlen uns, mal die Terminlage ihres eigenen Elektrikers anzufragen. Gesagt, getan. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für den Tipp. Der Mann kam recht spontan vorbei, besichtigte unsere Ruine…pardon, Ferienbehausung und befand, es sei alles machbar. Allerdings erst in einigen Wochen. Wenig später schickte er uns ein Angebot, das sogar noch ein wenig günstiger war als das von Bruder 2. Ahnend, dass die besagten Wochen im Nu mit der erfolglosen Warterei auf unseren Elektriker vergehen würden, machten wir uns darauf gefasst, sein Angebot anzunehmen.

Als sich die drei Wochen, die sich unser Elektriker ausgebeten hatte, dem Ende näherten, rief ich ihn an. Erfolglos. Natürlich. Ich sprach ihm auf die Mailbox. Erfolglos. Natürlich. Wir schrieben ihn also ab und unserer Alternative, dass wir sein Angebot annehmen würden. Mit unserem neuen Elektriker einigten wir uns, dass er am 18.06. starten würde. Bei einem Blick auf den Kalender werdet ihr merken, dass das inzwischen wirklich gar nicht mehr so lange hin ist. Nur noch zwei Wochen!

Und nun werdet ihr nicht erraten, was vor ein paar Tagen passiert ist: unser (inzwischen alter) Elektriker rief an. Ha! Und ich dachte schon, der ghostet uns! Nein, der hatte einfach weder unsere Anrufe noch die Nachrichten auf seiner Mailbox erhalten (ihr kennt das ja: moderne Telefone zeichnen äußerst unzuverlässig auf, wer sich wann bei einem meldet…) und hatte daher gar nicht mitbekommen, dass wir ihn gesucht hatten. Auch seine Aufzeichnungen unterschieden sich von den unseren und die angekündigten drei Wochen endeten bei ihm komischerweise eine Woche später als bei uns. Kann schon mal passieren. Nun wollte er also wissen, wie er an den Schlüssel käme um die Arbeit aufzunehmen. So verblüfft war ich schon lange nicht mehr. Ich habe wirklich damit gerechnet, dass er sich niemals mehr bei uns meldet. Auf meine Antwort, er hätte zu lang für seine Rückmeldung gebraucht, wirkte er fast ein wenig erleichtert. Vermutlich kann er sich nun wichtigerer Dinge annehmen.

So, nun können wir nun hoffen, dass unser neuer Elektriker seinen Dienst wirklich am 18.06. antritt. Es ist also Daumen drücken angesagt. Wir schicken innige Blicke gen Himmel und hoffen, ihr tut selbiges für uns.

Und in der Zwischenzeit? In der Zwischenzeit kommen wir nur im Schneckentempo voran. Aber an diese Wartehaltung haben wir uns fast schon gewöhnt. Da es im Haus drinnen weiterhin recht ungemütlich ist, haben wir uns dem Garten gewidmet. In den letzten Monaten hatten wir ja hier und da einen Baum gefällt, Büsche dem Boden entrissen und riesige Nadelgewächse gestutzt. Das führte zu allerlei Grünschnitt in den verschiedenen Phasen des Vergammelns. Das ganze Gelumpe sind wir jetzt endlich losgeworden, was dem Garten einen viel luftigeren, wenngleich auch nicht viel schöneren Eindruck verschafft. Ich mag solche Arbeiten. Natürlich nicht wegen des ganzen Viehzeugs, was beim Aufsammeln von altem Grünschnitt auf einmal aus allen Löchern gekrabbelt kommt (Spinnen! Große Spinnen! Und davon viele!). Auch nicht wegen der prallen Sonne, die erbarmungslos auf einen niederbrennt. Und auch nicht wegen der Dornen aus alten Rosen und sonstigem unbekannten Gebüsch, die sich einem unter die Nägel rammen.

Nein, ich mag es, weil man danach so angenehm fix und fertig ist. So wie früher – vor den Kindern – als man wahlweise die ganze Nacht durchtanzte oder sich anderweitig körperlich vergnügte. Am nächsten Morgen hatten wir Muskelkater in Muskeln, die wir scheinbar noch nie zuvor genutzt hatten – ganz so wie früher eben. Als Bonus obendrauf hatten wir dann auch das wunderbare Gefühl, ordentlich was weggeackert zu haben.

Damit auch die Kinder eine Verbesserung der Situation wahrnehmen können – und wir mal zehn Minuten ungestört arbeiten können – haben wir ihnen im Garten ein kleines Spielhäuschen aufgebaut. Es ist noch nicht fertig, tut aber schon seinen Zweck. Nicht für zehn Minuten, aber an und an für fünf. Man nimmt, was man bekommen kann. In den nächsten Wochen werden wir ihr Häuschen noch dekorieren und mit etwas Mobiliar ausstatten. Wer weiß, vielleicht müssen wir irgendwann alle dort einziehen. Bereits jetzt sieht es sehr viel gemütlicher aus als die eigentliche Behausung.

Kinderhaus

An diesem Wochenende geht es wieder ins Ferienhaus. Wir haben online einen Zaun bestellt, der laut Lieferbescheinigung per Mail bereits gestern an unseren Nachbarn ausgeliefert wurde. Mit diesem teilen wir uns übrigens die Kosten. Bevor wir ihn aufbauen können, müssen wir natürlich die formschöne Asbest-Lösung von früher beseitigen. Zudem müssen wir uns dringend um ein neues Bad kümmern. Wir haben zwar – aufgeteilt auf zwei Bäder und eine Küche – noch eine Toilette und zwei Waschbecken, von denen eines immerhin noch warmes Wasser gibt, aber so richtig toll ist das nicht. Ich hätte sehr gerne eine Dusche. Und zwar noch vor Ende des Sommers, wenn es möglich ist. Aber wir wollen ehrlich sein. Bis dahin ist der Weg noch lang.

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