Ankunft im Ferienhaus

Wir sind tatsächlich im Ferienhaus angekommen. Vor zwei Tagen schon. Auf einmal ging doch alles recht schnell, das hatten wir gar nicht mehr erwartet. Am Montag haben wir telefonisch nochmal beim Notar nachgefragt, wann dieser unserer Hausverkäuferin Bescheid gibt, dass das Geld – inzwischen bereits seit einer Woche – auf dem Notaranderkonto eingetroffen ist. Unser Notar war natürlich im Urlaub, klar. Die Notarfachangestellten gehen offenbar grundsätzlich nicht ans Telefon, auch klar. Wenn man eine Nachricht auf der Mailbox hinterlässt, rufen sie aber immerhin zurück. Die Dame versprach, unseren Makler telefonisch zu informieren, dass das Geld geflossen sei. Gesagt, getan. Bereits einen Tag später konnten wir endlich die Schlüssel in Besitz nehmen.

Wie lange hat das nun also alles gedauert? Unseren ersten Besichtigungstermin hatten wir hier Anfang Mai. Den zweiten Ende Mai. Den Notartermin hatten wir am 12. Juli und dann hat es nun nochmal etwas mehr als zwei Wochen gedauert, bis der notwendige Papierkram erledigt war. Wir haben den Notar bezahlt und den Eintrag ins Grundbuch. Dieser ist allerdings noch nicht erfolgt. Bisher steht dort nur die Auflassungsvormerkung. Nun wird wie angekündigt geprüft, ob es noch Altansprüche gibt. Dennoch, das Haus gehört nun gefühlt bereits uns.

Pünktlich zum 01.08.2018 sind wir hier mit der Familie eingetroffen.Die ersten zwei Tage haben wir nur geputzt. Man sah dem Haus deutlich an, dass es in den letzten zwei Jahren leer stand. Die Spinnen hatten es eindeutig komplett übernommen. Überall hingen ihre Netze und noch schlimmer, sie selbst auch. In weiser Voraussicht hatten wir bereits im Vorfeld einen megakrassen saugstarken Staubsauger mit riesigem Schmutzfangbehälter gekauft. So ein Industrieteil, das man in Hotels benutzt. Damit rückten wir nun den Spinnen und ihren Hinterlassenschaften zu Leibe, bevor wir sämtliche Böden wischten, die Bäder putzen und auch vor dem Hauseingang und auf den Terrassen Großputz betrieben.

Willkommensschluck

Dabei stießen wir immer wieder auf kleine Hinweise der Vorbesitzer: Im Küchenschrank standen noch zwei Bier. Ganz sicher ein Willkommensschluck! Und das Beste: draußen vor der Terrassentür scheinen drei Katzen zu wohnen. Zuerst war nur eine da und klopfte mit leiser Pfote an die Tür. Der Sohn vertrieb sie zunächst mit seiner lauten Art, aber nicht viel später rückte die Katze mit zwei Kameraden an und nun beobachten sie uns seit drei Abenden zu dritt. Inzwischen ist es fast ein wenig gruselig, wie sie da wie ein kleines Löwenrudel sitzen und darauf warten, dass…ja, was eigentlich? Ein kleiner Futternapf auf der Terrasse ließ darauf schließen, dass irgendwer sie hier immer fütterte. Aber wer? Das Haus steht wie gesagt seit zwei Jahren leer! Mysteriös!!!

TierischerGruß

Wir hatten es bereits vorher geahnt und es bewahrheitete sich: mit zwei kleinen Kindern kommt man zu nichts. Man ist quälend langsam. Man fängt an, das Bad zu putzen, dann muss garantiert eines pinkeln. Man fängt an, die Küche zu wischen, dann erwacht ein anderes weinend aus dem Mittagsschlaf. Man kämpft sich also nur mühsam durch das Haus. Aber genauso wollten wir es ja. Noch vor unserer Anreise haben wir uns gesagt: die Kinder kommen zuerst! Dann sind wir eben langsamer, Hauptsache, wir sind alle entspannt. Zugegeben, das mit der Entspannung stellt sich erst so langsam ein, denn man ist schon ganz schön gereizt, wenn man den lieben Kleinen ständig hinterher rennen muss, damit sich das eine nicht mutig die Treppe hinunterstürzt (die zehn Monate alte Tochter kennt keine Angst) oder das andere mit der niegelnagelneuen Gartenschere den Daumen abtrennt (der Dreijährige liebt es, Technik auszuprobieren). Ein- oder zweimal hat es hier also schon ganz schön geknallt. Kleine Anlaufschwierigkeiten.

Heute bereits (Tag drei erst, das nehme man bitte zur Kenntnis!) war jedoch ein rundum schöner Tag. Zuerst haben wir alle ein wenig im Garten rumgefuhrwerkt. Wir haben erst mal alle Wege zum Haus frei geschnitten. Die hiesige Flora und Fauna hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Dann hat Roman einen kleinen Busch, der den Blick von der Terrasse zum Garten nachhaltig störte und auch bedauerlich den Treppenzugang zu selbigem versperrte, beseitigt. Mit dem neuen Garten-Equipment das reinste Vergnügen! Dann gab es gleich den ersten Besuch von lieben Freunden. Diese waren auf dem Heimweg von Zingst nach Berlin und brachten den ausgeliehenen Bollerwagen vorbei, den wir mehr als gut gebrauchen können. Dann noch ein wenig ackern und anschließend konnten wir den Tag am Strand ausklingen lassen. Da der Strand hier in Grambin wirklich nur ganz langsam ins Wasser abfällt, kann man nicht nur mit den Kindern ewig weit hineinlaufen, nein, das Wasser ist auch badewannenwarm. Selbst ich, die gerne bei ungefähr 200 Grad duscht – bin ohne das kleinste Zögern ins Wasser gehüpft. Diese Badestelle ist wirklich der Hit, das Stettiner Haff zeigt sich hier von seiner schönsten Seite.

Aber auch mit unserer Planung sind wir weiter gekommen. In den Unterlagen, die der Makler uns von der Vorbesitzerin überlassen hat, haben wir die alten Baupläne und Architekturzeichnungen gefunden. Die waren enorm hilfreich. Unser Ferienhaus ist nämlich ein 1A-DDR-Fertighaus aus dem Jahr 1980. Nun wissen wir auch, warum der Grundriss, den wir vorher ausgehändigt bekommen hatten, nicht mit den tatsächlichen Räumen übereinstimmte: man hatte uns sozusagen den Projektentwurf überlassen, nicht aber die Pläne für die tatsächliche Ausführung. Jetzt sind wir schlauer. Wir wissen, welche Wände tragend sind und welche nicht. Wir wissen, wo die Leitungen und Rohre verlaufen und aus welchem Material Decken und Wände sind. Wir wissen sogar auf den Cent – pardon, auf den Pfennig – genau, wie viel alles gekostet hat. Das interessiert uns natürlich nur aus historischen Gründen. Das Wichtigste von allen waren für uns die Wände. Wir haben geplant, zwei große Durchbrüche zu machen. Einen von der Küche zum Wohnzimmer und einen vom späteren Kinderzimmer zu einem der Elternschlafzimmer. Beide Wände sind nicht tragend, was für ein Glück. Wir werden uns also selbst an den Durchbruch wagen. Darauf freue ich mich schon riesig.

Darüber hinaus war gestern schon die Heizungsfirma da, welche die alte Ölheizung wartete und ihr noch ein paar Jahre voraussagte. Das ist gut. Die Öltanks wurden geprüft, sie sind noch halb voll. Das ist fast noch besser. Nächste Woche kommen Kühlschrank (das Leben ohne Kühlschrank fühlt sich seltsam anachronistisch an), Waschmaschine und weitere Handwerker an, die uns Angebote machen sollen.

In den nächsten Tagen und Wochen wird hier also einiges passieren. Wir sind sehr gespannt.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Claudi sagt:

    Hallöchen ihr Lieben!
    Tolle Sache und echt gute Idee! Bin gespannt wie es weitergeht 😉
    Herzliche Grüße aus Nürnberg

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    1. Hallo Claudi. Wir freuen uns, dass dir der Blog gefällt. In den nächsten Tagen wird es ganz viele Einträge geben, da hier auch einiges passiert. Schön, wenn du mit dabei bist 🙂

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