Wie finanziert man ein Ferienhaus? #1

Nachdem wir uns nach zwei, drei durchdiskutierten Nächten endlich zum Kauf unseres Ferienhauses durchgerungen hatten, nahmen wir die Finanzierung in Angriff.

Wir hatten bereits im Zuge unserer Suche nach einem hiesigen Eigenheim mit der Interhyp zusammen gearbeitet. Dort hatten wir durchchecken lassen, was wir uns überhaupt leisten können. Finde nur ich es seltsam, mich finanziell vor einem 20jährigen zu entblößen? Der junge Mann war natürlich sehr nett, das ist ja auch sein Job. Dennoch kommt es mir immer komisch vor, wenn ich bei einem so viel jüngeren Menschen zum Bittsteller werde. Je älter ich selbst werde, desto mehr sollte ich mich wohl daran gewöhnen… Wie auch immer. Wir wussten nun also, was wir uns so ungefähr als Budget vorstellen können. Da wir planen, irgendwann nach dem Platzen der großen Immobilienblase hier in der Umgebung zu bauen bzw. ein Haus zu kaufen, wollen wir uns nur mit einer kleinen Rate belasten. Schließlich müssen wir ja auch unsere Miete und all die anderen Ausgaben weiter bezahlen. Das Ferienhaus ist also nur on top, wie man so schön sagt.

Wir haben uns jetzt also noch einmal an Interhyp gewendet und erneut all unsere Geldkarten auf den Tisch gelegt: Eigenkapital (erschütternd wenig trotz jahrelangem Sparen), Einkommen (erschütternd durchschnittlich trotz großer Ambitionen) und Ausgaben (erschütternd, einfach nur erschütternd). Unser Eigenkapital wollten wir nur für die Kaufnebenkosten einsetzen und den kompletten Kaufpreis finanzieren. Am liebsten auch noch ein paar Sanierungsmaßnahmen wie neue Fenster. An dieser Stelle kann man Interhyp nur empfehlen (obwohl ich kein Geld dafür bekomme, ich schwöre es!). Alles geht zügig voran, die ersten Angebote bekamen wir nach wenigen Stunden. Hier und dort mussten wir noch einmal nachjustieren. Gleichzeitig haben wir ein Angebot von der Sparkasse eingeholt, die auch das Haus in Grambin vermarktet hat. Auch dort ging nach anfänglichen Startschwierigkeiten alles blitzschnell. Die dortige Bankerin war extrem nett und wäre es nach Sympathie gegangen, würden wir dort unterschreiben. Letztlich war aber ein Angebot der ING-DiBa günstiger. Die Rate ist geringer und nach der 10jährigen Zinsbindung gehen wir trotzdem mit über 10.000,- EUR weniger Restschuld heraus. Aaaaber: die ING-DiBa will ein wenig unseres Eigenkapitals haben. Na gut. Dann haben wir zwar weniger zum sanieren. Aber so langsam wie wir dank der Kinder sein werden, wird das nicht ins Gewicht fallen. Man kann schließlich immer nur so viel Geld ausgeben, wie man auch verbauen kann. Grundsätzlich wollen wir die Renovierung ohnehin aus den laufenden Einnahmen bestreiten.

Gestern Abend haben wir alle Unterlagen zusammen gesucht. Für uns ist das immer ein wenig schwierig, weil wir leider zu den Menschen gehören, die nicht besonders ordentlich mit ihrem Papierkram sind. Ich habe die vollste Hochachtung vor Leuten, die ihr bürokratisches Leben so penibel abheften, dass sie auf Nachfrage blitzschnell den entsprechenden Ordner zücken können und alles parat haben. Beneidenswert. So sind wir nicht. Bei uns liegen alle Dokumente, Briefe und so weiter auf einem immer größer werdenden Stapel im Schrank. So lange, bis irgendwer was sucht. Dann werden wir panisch, streiten uns und heften endlich alles Angesammelte ab. Zu unserem Glück bin ich gerade in Elternzeit, so dass wir vor nicht allzu langer Zeit schon einmal sämtliche Unterlagen für den Elterngeld-Antrag brauchten. Der Aufwand war also diesmal erstaunlich gering.

Interhyp hat ein Online-Portal, wo man alles unkompliziert hochladen kann. Das geht bequem von daheim. Wir mussten meinen Elterngeldbescheid, Romans letzte drei Gehaltsnachweise und einen Beleg über unser Eigenkapital einreichen. Dazu noch einige Infos zum Haus wie Grundbucheintrag, Flurkarte und Wohnflächenberechnung. Es geht also. Ich hatte mir das immer umfangreicher vorgestellt. Ich frage mich derzeit noch, ob die die ganzen Sachen niemals in Papierform brauchen. Aber noch hat niemand danach gefragt. Wir werden sehen. Laut Beraterin wird dort nun alles hübsch aufbereitet und sodann zur ING-DiBa gegeben. Diese braucht dann circa drei Tage um zu entscheiden, ob sie uns Geld anvertrauen wollen. Wir sind aber sehr optimistisch.

Nach der Entscheidung der Bank gilt das Angebot für zehn Tage. Wenn man dieses dann annimmt, hat man weitere 14 Tage, um zu widerrufen. Innerhalb dieser 24 Tage muss der Notar-Termin stattfinden. Hoffentlich schaffen wir das.

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